Den Regen schön reden

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Wir reden uns den Regen schön!

Wenn der Regen seine schöne Seite zeigt!

Der nasse Stamm der gelben Pflaume hat seinen besonderen Reiz
Die gelbe Pflaume, eine unserer ersten Bäume

So ein Regentag im Herbst

ist ja nett, doch der „ich-weiss-nicht-wievielte-Regentag“ in diesem Sommer/Herbst 2017 macht eine trübe Stimmung. Die Gummistiefel haben keine Zeit, zu trocknen, die Jacken auch nicht, denn es sind bei mir viele Gänge und Arbeiten, die trotzdem verrichtet werden wollen. Nicht unbedingt im Garten; die Tiere haben aber trotz Regen Hunger und müssen versorgt werden.

Auch nasse Steine erhalten einen besonderen Glanz

Auf meinen Wegen

fiel mir dann ein Stein ins Auge und die Idee kam, ihn mir genauer anzusehen. Daraus entstand ein Vormittag, an dem ich durch den Garten streifte, um schönes Nasses zu entdecken. Schaut, was ich gefunden habe!

Prompt wurde auch meine Laune besser, denn der Perspektivwechsel half mir, nicht nach dem "nassen Fehler" sondern nach der Schönheit Ausschau zu halten. Ich hatte ja jederzeit die Wahl, wieder ins Haus zu gehen, wenn mir kalt werden sollte. Auch das war schnell klar, es ist heute nicht wirklich kalt, es weht kein fieser Wind. Es regnet einfach junge Hunde. Und es regnet auf Stein, Holz und Pflanzen, Metall und auch Schnecken. Die sind wohl die Einzigen, die es toll draussen finden.

 

So wurde aus dem Regentag ein Tag des offenen Auges und Perspektivvwechsels. Bestimmte Farben leuchten an Regentagen besonders freundlich, zumeist sind es die Sonnenblumen und die Sonnenblumenstaude.

Sie ist verblüht, punktet aber noch mit ihren Grüntönen

Die Diervillea mit ihren unterschiedlichen Grüntönen von alten und jungen Blättern lädt zum genauen Hinschauen ein. Leider blüht sie jetzt kaum noch, ihr Blattspiel ist aber ebenso reizvoll, im nassen Zustand sogar noch mehr.

Ecken und Kanten zeigen sich deutlicher

Dinge und Gegenstände,

die im trockenen Zustand erst mal nur Dinge sind, entwickeln im Regen ihren eigenen Charakter. Ecken, Kanten, Schrammen, Löcher, erhalten einen eigenen Charme und beginnen, Geschichten zu erzählen. Der alte Eichenholztisch, auf dem irgendwie Steine liegen geblieben sind und die nicht mehr ganz schönen Hagebutten ergeben im Regen ein besonderes Bild.

Unser erster Gartenstein hat Flechten angesetzt

Der Stein, den wir seit 12 Jahren woanders hinlegen wollen, macht mir mal wieder klar, das er genau an dieser Stelle bestens aufgehoben ist und genau richtig liegt.

Manchmal ist es sehr hilfreich,

bestimmte Fragestellungen einmal aus einer anderen Perspektive heraus neu zu betrachten und zu denken. Möglichkeiten, die vorher keine Beachtung fanden, werden plötzlich zu dem, was sie sind: Möglichkeiten. Lösungen entstehen, weil neue Betrachtungen gemacht werden. Wenn ich mein Leben immer in den gleichen Bahnen betrachte, dann finde ich nicht die Möglichkeiten und Lösungen, die am Wegesrand darauf warten, gesehen, aufgehoben und betrachtet zu werden. Vielleicht legen wir sie wieder ab, weil sie uns doch nicht entsprechen, vielleicht stecken wir sie in die Tasche und tragen sie eine Weile mit uns herum. Egal, was wir mit neuen Gedanken und Perspektiven machen, allein, das wir sie betrachten gibt uns mehr Optionen und neue Perspektiven.

Das Beste an diesem verregneten Sommer war, das wir nicht eine einzige Giesskanne schleppen mussten. NICHT EINE! Das war schon ganz anders in anderen Jahren.

Während ich so im Garten hin und her gehe, denke und photographiere, hört der Regen sogar auf. Das finde ich in dem Moment fast schon schade. In diesem Jahr kann ich aber ganz beruhigt sein:

Nach dem Regen ist vor dem Regen!


Zurück

Einen Kommentar schreiben