Der Bergknöterich - ein Gartengigant

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Der Bergknöterich - ein Gigant im Garten

Der Bergknöterich, Aconogonon speciosum 'Johanniswolke'
Am Tag und am Abend macht er stets eine gute Figur

Mein Garten ist groß, ich habe Platz. Das ist erfreulich, denn so habe ich die Möglichkeit, auch große Pflanzen hineinzusetzen, ohne das er gleich voll ist.

Da der Garten eher nicht nach Süden ausgerichtet ist, brauche ich Stauden, die mit dem an Sonne zurecht kommen, die gerade da ist oder auch nicht da ist. Meine Pflanzen müssen mit Trockenheit zurecht kommen, mit meinem Mangel an Pflegeeifer und Unwillen bei der Düngung.


Der Bergknöterich, Aconogonon speciosum 'Johanniswolke'
Wie riecht sie nun, die Blüte?
*Der Link zum Bergknöterich, Aconogonon spec. 'Johanniswolke fürhrt zur Baumschule Horstmann

Vor vier Jahren habe ich mir einen meiner Gartenwünsche erfüllt und einen *Bergknöterich, Aconogonum spec. ‚Johanniswolke’, gepflanzt. 
Dieser Bergknöterich wird wahlweise gemocht oder auch nicht. Wegen seiner Größe, wegen seines Duftes, wegen des Platzbedarfs, an diesen Fragen scheiden sich die Geister.
Vor Jahren habe ich ihn in einigen Gartenzeitschriften immer wieder als Hintergrundstaude auf Bildern gesehen. Dort hat er mir in seiner weissen Pracht sehr gut gefallen.
In den Zeitschriften stand immer etwas anderes zu seinem Duft. Die einen beschrieben ihn als lieblich, die anderen beschrieben ihn eher wie Aas duftend…

Daran könnt Ihr sehen, wie sehr unsere Nasen uns zu Individuen machen.
Aas oder lieblicher Duft?
Dazwischen liegen Welten!

Der Bergknöterich, Aconogonon speciosum 'Johanniswolke'
Auch im Knospenstadium ein schöner Anblick

Das Risiko habe ich minimiert, indem ich zuerst den Knöterich gepflanzt hatte und danach in seiner Nähe einen Platz eingerichtet habe. 
Erst riechen, dann einrichten... Er hat einen Platz auf der Südseite des Grundstücks erhalten, unter einer Eiche-Pappel-Gesellschaft. Das macht ihm nichts aus, er verträgt die Konkurrenz und den Wurzeldruck ganz gelassen.

Der Bergknöterich, Aconogonon speciosum 'Johanniswolke'
Er treibt spät aus, wächst dann aber schnell

Der Topf, in dem ich ihn erstand, war irgendwie süß klein, mir war schleierhaft, wie er zu seiner Größe heranwachsen sollte. Die Gärtnerin gab mir noch den Tipp mit, die Rhizome gleich zu teilen, damit ich sofort eine Fläche bepflanzen kann. Hab ich gemacht und so wurden knapp 2 qm Bergknöterichfläche geschaffen. 
Im ersten Jahr habe ich sorgfältig darauf geachtet, das er gut mit Wasser versorgt wird, denn das Einwachsen fiel ihm nicht ganz leicht. Dafür hat er mich aber schon im ersten Jahr mit seiner Imposanten Größe von bestimmt 1,70m beeindruckt. Er wird groß!

Der Bergknöterich, Aconogonon speciosum 'Johanniswolke'
In der Vollblüte ein herrlicher Anblick

Er braucht Platz, um seine Schönheit entfalten zu können. Er braucht auch Platz im Garten, damit jeder seine Wirkung auch aus einer gewissen Entfernung wahrnehmen kann. Es gibt Gärtner, die setzen ihn hinten in das Beet und vorne dann entsprechend andere Pflanzen davor. Das ist sicher eine gute Idee, denn er trägt nicht dick auf und wuchert nicht. Er bildet einen größeren Horst und dabei bleibt es. Als Hintergrund wirkt er aufgrund seiner Struktur sehr luftig und leicht. Das unterscheidet ihn von dem übel wuchernden Japanischen Bergknöterich, der als übler Neophyt die Gärten längst verlassen hat und überall verdrängend wächst.

Der Bergknöterich, Aconogonon speciosum 'Johanniswolke'
Eine schöne imposante Staude

Ein Beet habe ich nicht davor gepflanzt, sondern eine kleine Sitzgelegenheit geschaffen. Meine Südbank, im Sommer ein schattiges Plätzchen. Dadurch, das diese Bank sehr nah an der Straße ist, nutzen wir sie nicht sehr häufig, schön sieht es trotzdem aus.
Mal schauen, vielleicht schenke ich uns da noch ein Beet vor ihm und der Bank.
Da kommt mir gerade eine Idee...

Der Bergknöterich, Aconogonon speciosum 'Johanniswolke'
Viele Insekten fühlen sich auf ihm wohl

Nachdem er im ersten Jahr recht viel Wasser an die Füße bekommen hat, ist er gut eingewachsen und fragt nur selten nach Wasser. Er kommt hier sehr gut zurecht, sowohl in diesem verregneten Sommer 2017 als auch in der Trockenperiode 2018. 
Im letzten Sommer habe ich ihm einmal Wasser zukommen lassen, mehr aber auch nicht.

Der Bergknöterich, Aconogonon speciosum 'Johanniswolke'
Durch die zerbrochenen Stengeln wachsen die neuen Triebe mit Kraft empor


Er ist wirklich pflegerisch sehr unkompliziert, da er keine extra Düngung benötigt, ausser der, die ich ihm zukommen lasse, indem ich seine Stengel im Frühjahr abbreche, zerbreche und liegen lasse.
Danach warte ich so bis Mitte Mai, bis die ersten Triebe herauslugen. Ab da wächst er rasant heran und verdeckt den Boden darunter völlig, um ab Juni/Juli mit einer prächtigen weissen Blüte zu punkten.

Der Duft?
Salomonisch schweigt er sich aus, bei mir duftet er nicht.
Schlaues Bürschchen!

Der Bergknöterich, Aconogonon speciosum 'Johanniswolke'
Veränderliche Krabbenspinnen haben es leicht...

Meine Johanniswolke wird angeflogen und beherbergt einige Insekten. Wanzen, Krabbenspinnen, Fliegen, einige Wildbienen sitzen auf seinen Blüten und leben dort ihr Leben. 
Gegen die Sonne betrachtet, leuchtet er so prächtig, das ist eine echte Freude.
 Häufig stand ich davor, um die Blüte zu bewundern und die Insekten zu beobachten.

Der Bergknöterich, Aconogonon speciosum 'Johanniswolke'
Ein perfekter Ort zum Überwintern der Insekten

Im Winter

Tja, wenn dann die Blüte vorbei ist, steht da eine etwas gakelige Pflanze, die keinerlei schmückende Wirkung mehr hat. Das ist nicht schlimm, das stört mich nicht, denn meine Hoffnung ist, das er nun Platz und Raum für überwinternde Insekten bietet. Da darf die Herberge auch gerne gakelig sein.
 Über den Winter ignoriere ich ihn, dann ab März breche ich seine Stengel ab und lege sie auf seinen Platz, bis der Reigen von vorne beginnt.


Kennt Ihr ähnlich unkomplizierte schöne Pflanzen?

Bestimmt!

Vielleicht habt Ihr aber noch ein Plätzchen für diese beeindruckende Staude frei?

Der Bergknöterich, Aconogonon speciosum 'Johanniswolke'
Er strahlt mir der Sonne um die Wette

Es ist nicht so ganz klar, wo er eigentlich herstammt, heimisch ist er nicht. Knöteriche sind weltweit verbreitet, da mache ich mir jetzt nicht den Kopf, ob er bleiben darf oder nicht. Da er seinen insektenfreundlichen Wert bewiesen hat, ist er eine willkommene Bereicherung in meinem Garten!



So hat der Bergknöterich hier als freundlicher Gartengigant einen Stammplatz!

 

 

 

 


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