Der Garten im Juni

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Junitage im Garten

Malven im Garten
Weisse Malven lockern das Beet auf

Der Frühling und Frühsommer fallen in den Juni. Dies ist der Monat des Wechsels der Jahreszeiten. Also ein spannender Monat. März und April versprechen uns das werden der Natur und Pflanzen, versprechen uns die Fülle, die der Mai einlöst. Der Juni läutet die Jahreszeit der Ruhe ein. Die überbordende Fülle des Mai weicht, durch die Wärme bedingt, der Ruhe.

Rostfarbiger Dickkopffalter, Ochlodes venatus
Der kleine Dickkopffalter ist fleissig unterwegs

Die Insektenstaaten sind im Wachsen und arbeiten mit der Routine, die sie sich angeeignet haben, denn der Staat muss sich nicht mehr bilden, sondern wachsen. Die Solitärbinen, Schmetterlinge und Käfer sind unterwegs und gehen ihrer Lebensweise nach. Die überquellenden Blüte der Bäume ist vorbei, mit dem Ende der Lindenblüte kommen in meinem Garten keine heimischen Bäume mehr zur Blüte. Die Früchte dieser Blüten sind bestäubt, müssen wachsen und reifen heran.

Eryngium 'Blue star'
Die Edeldistelblüte bedeutet ein Fest im Garten

Stauden als Nahrungsquelle

Stauden sind nun diejenigen im Garten, die das Hauptaugenmerk bekommen. Stauden sind die Hingucker und Ernährer, bis der Herbst wieder für arbeitsame Aufregung der Apfelernte sorgt. Die Kunst der GärtnerInnen ist es, keine Blühlücken aufkommen zu lassen, und meiner Meinung nach auch, Insekten durch die Sommerzeit zu helfen. Allein den Insekten die nötige Lebensgrundlage zu sichern, erfordert viel Lesen und schauen, was zu welcher Zeit blüht. Das habe ich aber schon erledigt, pflanze und beginne, beobachtend zu geniessen. In aller Ruhe.

Schwebfliege und Schafgarbe
Die Schwebfliege freut sich über die Schafgarbe

Hilfe durch die Natur

Ein große Erleichterung bietet mir aber mein Garten. Er lässt von alleine die Pflanzen wachsen, die jetzt ebenfalls von großem Nutzen sind. Die vielen Wilden und die vielen Züchtungen ergänzen sich und geben in der Gesamtschau nicht nur schöne Gartenbilder, sondern auch ein reichhaltiges Nahrungsangebot ab. Bei dem Lärm und dem Leben, das hier herrscht, freue ich mich, das mein Garten mir hilft und ich mir nicht alleine über alles Gedanken machen muss.

Knautia macedonia
Die Knautie bringt ein starkes Rot in den Garten

Der Juni bietet noch einmal die Gelegenheit, die Gärtnereien zu besuchen. Was jetzt noch blüht und bald blühen wird. Bestellungen können noch aufgegeben werden. Mein Lieblingsgärtner wird ja immer wieder gerne von mir gequält, weil ein Sonderwunsch auf meiner Liste steht, oder auch zwei... Im Mai habe ich geschaut, wieviel Platz noch in den Beeten bleibt. Durch die Kahlfröste sind viele Stauden verfroren oder mussten sich erst einmal erholen und ihren Platz erneut einnehmen.

Malven und Glockenblumen
Malven und Glockenblumen passen gut zusammen
*Alle Links zur Baumschule Horstmann

Es war und ist eine Menge nachzupflanzen. Bei mir nehme ich gerne die Dauerblüher wie Agastache*, die Duftnesseln und viel Salbei, hier vor allem der Muskatellersalbei*. Helenium bigelovii*, die knallegelben Sonnenbräute und einige Glockenblumen* kommen dazu, ohne meine Moschusmalven* würde er nie fertig aussehen.
In den Wiesen lasse ich den Klee, das wilde Johanniskraut und auch den Wiesenpippau und das Habichtkraut stehen, denn sie sind eine wichtige Nahrungsquelle für Wildbienen.

Purpurklee Storchschnabel
Unterschiedliche Blüten für unterschiedliche Insekten

Juni-Fülle im Garten

In dem Masse, wie die Stauden wachsen füllen sie die Beete und schliessen die Lücken. Jetzt beginnt die Zeit, die Juni-Fülle der Beete zu geniessen. Trotzdem entstehen neue Ideen, welche Farben und Formen noch hinzukommen können. Mir ist wichtig, bei allen Nachpflanzungen auf die Blüten zu achten, die Insekten eine Nektar- und Pollenquelle bieten und es ihnen leicht machen da ran zu kommen. Die Blüten sollten einfach sein. Das erleichtert den Zugang zu den Staubgefäßen. Ob der kelch flach oder tief angelegt ist, spielt keine so große Rolle, denn es findet sich immer ein Insekt, das auch in den Tiefen der Glockenblumen, seinen angepasst langen Rüssel stecken kann. Faszinierend, wie sich alle aneinander angepasst haben und Lösungen entwickelt haben, um zu überleben und sich fortpflanzen zu können. Pflanze und Insekt.

Vexiernelke
Die Vexiernelke kommt mit Trockenheit und Sand gut zurecht

Welche Stauden?

Das bedeutet, ich suche mir Stauden aus, die ungefüllt blühen, möglichst aus der heimischen nicht zu exotischen Umgebung stammen. Sie müssen insektentauglich aber auch robust und möglichst trockenheitstolerant sein. Da bin ich bei den Sonnenbräuten nicht ganz richtig, ich hoffe aber auf deren Toleranz und verspreche ihnen, sie auch zu giessen, wenn es denn gar zu trocken wird. Mit der ordentlichen Beimischung Kompost kann ich meinen Boden vielleicht auch animieren, etwas Feuchtigkeit zu halten. Ein Versuch ist es wert, denn sie werden gerne angeflogen.
 Die Glockenblumen füllen auch die Beete in unterschiedlichen Sorten. Deren Blau mag ich sehr gerne. Dazu kommt noch die Wiesenraute, so das auch eine gewisse Leichtigkeit über den Beeten schwebt.
Mit meiner Staudenwahl lege ich schon den Schwerpunkt auf Trockenheit und das Überleben auf sandigen Böden, ein bisschen Risiko gehe ich doch immer wieder gerne ein, denn manche Stauden, wie das Helenium ‚Baumeister Linne‘ halten es seit Jahren mit wechselnder Feuchtigkeit ganz gut bei mir aus.

Glockenblumen und Rosen
Eine kühle Kombi für warme Tage

Geniesst Euren Garten

Ansonsten stellt sich, trotz der letzten Pflanzaktion auch bei mir eine Phase der Ruhe ein. Der Garten ist nun eingerichtet, bis Ende des Monats alles gepflanzt, was ich möchte und bis zum Herbst noch viel Zeit. Zeit, um zu geniessen. Das kann ich uns GärtnerInnen wirklich an’s Herz legen! GENIESST Euren Garten! Jetzt ist die Zeit der meisten Arbeit (zumindest bei mir) getan und die Ruheplätze sollten nun die nötige Aufmerksamkeit erhalten, um besetzt zu werden. Hier einen Morgenkaffee, dort ein paar Minuten beobachtend sitzen, da den Nachmittagskaffee und am Abend die letzten Sonnenstrahlen dort geniessen. Mittag hier essen, dort eine Frucht kosten.
Denn, so wie die Obstbäume auf die Reifung zusteuern, sind andere Früchte schon fertig und können genascht, gekostet, verarbeitet zum Sommerkuchen im Garten genossen werden.

Stachys byzanthinum
Den Stachys kann ich von vielen Plätzen aus sehen

Sommer im Garten

Juni, Juli und August, die Sommermonate, lasse ich ganz gemütlich im Garten angehen und freue mich schon sehr auf den Sommer im Garten. Neu Sitzplätze können gefunden werden, denn der Garten wird langsam so dicht, das Plätze, die vorher ein reines Sonnenvergnügen boten, nun Schatten spenden, einfach weil etwas gewachsen ist, was vorher jahrelang zu klein war, um Schatten zu spenden.

Wiesenpippau
Viele Wilde lassen sich von Trockenheit nicht schwächen

Durch die Trockenheit seit Ostern kam es kaum zum Wiesenaufwuchs, wir müssen eher darauf hoffen, das er uns nun nicht vollends verbrennt. Wir wässern nicht; nur das, was in den Beeten wirklich leidet oder zum Anwachsen versorgt werden muss, erhät Wasser. Die Wiese ist das gewohnt und zeigt sich braun, aber recht unbeeindruckt, was das Leben in ihr angeht. Die Spatzen verorgen sich mit den Sämereien der Gräser, Heuschrecken und ihre Kameraden sind fleissig unterwegs und das eine oder andere Kraut zeigt sich ganz unbeeindruckt von der Trockenheit. Auch hier mag ich es, sie nun zu beobachten. Was passiert in einer Wiese, die mal gut Feuchtigkeit von oben erhält und mal lange Zeit nicht?

Gartensalbei
Am Abend sieht der Gartensalbei noch mal so schön aus

Abende im Frühsommergarten

Die Abende in meinem Frühsommer -Juni- Garten geniesse ich im Moment besonders, denn sie geben (noch) ein weiches Licht, das sich in den Blättern der Bäume, Sträucher und Stauden spiegelnd zeigt.
Natürlich werde ich weiter ein Auge auf die Insektenwelt im Garten haben; wie lange sind die Hummeln zu sehen, welche Schmetterlinge zeigen sich noch im Garten? Neben diesen sympathischen Gästen habe ich noch viele weitere faszinierende Arten entdeckt. Spinnen, Fliegen, es ist unglaublich, wenn man genau hinschaut, wer sich alles, bisher unbeachtet, hier tummelt! An der Steinpyramide zeigen sich bunte schnelle Wespen, die sich kaum ablichten lassen.

Der Junigenuss im Garten ist ein ganz besonderer. Wie sieht Euer Junigarten aus?

 

 

 

 


Zurück

Einen Kommentar schreiben