Der trockene Garten und das Klima

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Der trockene Garten oder:
Das Klima wandelt sich, wandeln wir uns mit...

Der klimafitte Garten
Das Kleine Wiesenvögelchen hilft mir, meinen Garten Klimafit zu machen

Meine lieben Lesenden, der Garten ist trocken, er leidet.
 Zwei Jahre Wasserknappheit bis Regenarmut machen ihm zu schaffen.
Unser Mullersand hält kein Wasser und ist bis in die Tiefe ausgetrocknet. Das kann man nur mit Unmengen Wasser auffangen, das ich ich nicht verwenden möchte. Bei wochenlanger Hitze kann keiner gegen angiessen, denn wie gesagt, das Wasser ist ein Tropfen auf dem heissen Stein.


Der klimafitte Garten
Der Garten wird von mir im Moment sehr beobachtet

Was also tun?
 Beobachte den Garten!

Im Moment behelfe ich mir mit Beobachtungen, denn mein Garten geht auf seine Weise mit dem Wetter um.
Diese Beobachtungen werden hoffentlich helfen, den Garten fit zu halten für die Herausforderungen, die auf uns zukommen werden.

 Die letzten Jahre haben es schon mal angezeigt; es werden Großwetterlagen auf uns zukommen, mit denen wir umgehen lernen müssen.

 Ein Jahr lang fast ununterbrochen Regen, zwei Jahre fast nur Trockenheit.

Der klimafitte Garten
Raubfliegen kommen in einem lebendigen Garten auf ihre Kosten

Der Drei Zonen Garten

Was machen wir damit? Das ist die Frage, die sich wirklich stellt.

 Nun halte ich das Hortus-Prinzip des Drei-Zonen-Gartens für ein sehr konkretes Prinzip, dem Wetter zu begegnen. Das Hortus- Prinzip bedeutet, das wir mit drei Zonen arbeiten, um die Vielfalt im Garten zu fördern und auch Ertrag zu erzielen, das alles geschützt durch natürliche Grenzen, wie eben Hecken, die heimisch sind und unser Grundstück nach Aussen begrenzen.

Der klimafitte Garten
Grashüpfer mögen es mager und licht

Die Wirkweise dieses Gärtnerns besteht darin, bestimmte Bereiche abzumagern und bestimmte Bereiche anzureichern.
 Knapp gesagt, Mahdgut von der Wiese runterholen und als Kompost in das Gemüsebeet oder unter die Obstbäume legen.
 Das erspart chemisches Düngen und akzeptiert Magerkeit als Vorraussetzung für pflanzliche und tierische Vielfalt.

Der klimafitte Garten
Schnake in der Wiese

Magerkeit ist der Schlüssel

Eigentlich wollen wir ja überall einen nahrhaften Boden. Der benötigt jedoch viel Aufmerksamkeit und Pflege und dient selten der Vielfalt.
Eine gut gedüngte Rasenfläche muss regelmässig gemäht und gepflegt werden. Das macht heutzutage der Mähroboter. Seine Nachteilen der Energieverschwendung, Ressourcenvergeudung durch Materialien und Gefahr für die Kleinsäugerwelt und Kinderfüße, erleichtert die Pflege vielleicht, bedingt jedoch eine Artenverarmung, die ich bedauere. Auf einer Rasenfläche findet sich vlt. ein Gänseblümchen, das bleiben darf, weil es so hübsch aussieht. Der Schlüssel ist jedoch die Magerkeit des Bodens. In einer mager gehaltenen Wiese tummelt sich das Leben.

Der klimafitte Garten
Den Schwarzhörnigen Totengräber habe ich zum ersten Mal gesehen

Leben in der Wiese

Gehe ich durch den Garten und will die Besetzbare Kräuterspirale oder das Leben in der Pyramide bleue beobachten, dann ist der Weg dahin schon mit viel Bewegung der Insekten verbunden. Erst fliegen Schmetterlinge auf, nun sind es Heuschrecken und Grashüpfer und Schnaken (viele Schnaken, dieses Jahr), die sich in Sicherheit vor mir bringen. Das Leben in der Wiese liebe ich sehr, zumal es das Erreichen meines Ziels fast verhindert. Ständig bücke ich mich, um diese Wespe oder jenen Käfer zu beobachten. 

In Zeiten sich ändernden Klimabedingungen will ich meinem Garten helfen, sich darauf einzustellen.

Der klimafitte Garten
Schaut mal, wer da so alles Platz auf einer Blüte des Rainfarnes findet!

Keine Düngung der Wiese

Deshalb unterbleibt die Düngung der Wiesenflächen. Mittlerweile ist sie nicht mehr so dicht und hat auch kaum Aufwuchs, die Grasnabe ist lichter und lässt nun Platz für Wildstauden zu, die sich langsam etablieren können. Kornblumen, Malven, Rainfarn, JKK, Schafgarbe, Taubenkopf-Leimkraut, Tüpfel-Johanniskraut, etc. sind nur einige Pflanzen, die sich etabliert haben. Taubnesseln, Ruprechtskraut sind auch noch zu nennen und weitere Pflanzen.

Der klimafitte Garten
Die Zichorienblüte zieht viele Insekten an

Mager und trocken = HotSpot

So mager ich meine Wiese halte, das Hortus-Konzept geht noch weiter, es ermuntert ebenso zur Anlage echter Magerbeete, sogenannter HotSpots. 

Meine Besetzbare Kräuterspirale ist solch ein Beispiel, sie besteht aus Schutt, Schotter und lehmigem Sand. Dort können wirklich nur Trockenheitsfanatiker gedeihen, denn jegliche Düngung durch abgestorbene Pflanzenteile wird durch das Abtragen derselben im Frühjahr unterbunden.
 Die Pflanzen dort erhalten nur das Wasser, das natürlicherweise vom Himmel kommt. Das war in diesem Jahr sehr wenig, vor allem nicht kontinuierlich, nur immer mal wieder.

Der klimafitte Garten
Die Gemeine Sandwespe war sehr fleissig im lehmigen Sand beschäftigt


Die Lebendigkeit, die sich dort jedoch eingestellt hat, war frappant. Es kamen Insekten, die ich vorher kaum beobachten konnte. Die Garten-Wollbiene lebt hier nun und den Boden haben sich einige Grabinsekten ausgesucht, um ihre Nachkommen dort unterzubringen.
Die Zichorie dort ist ja nun fast verblüht. Als Ausnahme habe ich sie heruntergeschnitten, um mit ihr und den Samen einen Teil der Wiese zu „impfen“. In der Hoffnung, das im nächsten Jahr auch dort Zichorie wächst. Dadurch wird diese Fläche immer bunter und fällt auch Besuchern etwas angenehmer ins Auge als im Moment. So meine Hoffnung.
 Noch ist die Wiese nicht den ganzen Sommer über bunt, das ist mein Ziel.

Der klimafitte Garten
Das Hühnergehege hat sehr gelitten und ist schwarz gescharrt

Wenn die Wiese jetzt Ende September gemäht wird, bleibt das Mahdgut drei Tage liegen, um sich aussamen zu können. Dann nehme ich es von der Fläche herunter. Da ich in diesem Jahr wenig in Gemüse oder Obstanbau investiert habe, kommt das Mahdgut als Schutz auf die brach liegenden Flächen, um diese über den Winter langsam zu düngen. 
Alles, was ich dort nicht unterbringen kann, kommt in das Hühnergehege. Das hat unter der Trockenheit jegliches Grün verloren, denn die Hühner haben alles weggescharrt und freuen sich über Frisches zur Beschäftigung.
 Sogeht keine Biomasse verloren. Es muss nicht das Grundstück verlassen, um woanders kompostiert und wertvoller Dünger zu werden.

Der klimafitte Garten
Storchschnäbel bedürfen wenig Düngung

Dort, wo ich das Mahdgut als Mulch ausbringe, z.B. unter den Obstbäumen oder Beerensträuchern, dient es auch dazu, Feuchtigkeit im Boden zu halten. Das erleichtert Kleinstlebewesen die Ansiedlung und damit auch Zersetzung der Biomasse. Sie benötigen Feuchtigkeit, um dort zu leben und für uns „arbeiten“ zu können. Dünn ausgelegt ist gut, um Mäusen, die sich in diesem Jahr in Masse finden lassen, keine allzugroße Hilfestellung zu geben, Mulch als Gänge zu nutzen.

Ebenso ist eine dünne Mulchschicht eine wichtige Hilfe gegen Wasservergeudung durch Giessen und Bewässern.
Rasenschnitt vernünftig eingesetzt, hilft also auch, Geld zu sparen.

Der klimafitte Garten
Einige Rosen kommen gut zurecht, andere nicht

Trockenheit in den Beeten

In den Beeten stellt sich schon ein ganz anderes Problem. Hier versuche ich ja schon seit Jahren, irgendwie eine stabile Pflanzen Gesellschaft zu etablieren. Das ist schwieriger als gedacht und bedarf auch eines neuen Nachdenkens.

 Einige gesetzte Pflanzen, wie z.B. Ziest und die Astern kommen gut zurecht. Einige Rosen mickern und ich werde sie austauschen. Das ist nochmal ein eigenes Thema, denn auf Rosen will ich nicht verzichten, sie müssen nun jedoch einfach andere Kriterien erfüllen, als nur edel und schön da zu stehen.

Der klimafitte Garten
Die Wilde Aster hat sich schon vor Jahren angesiedelt

Auch in den Beeten hat sich eine Mischung aus wilden und ausgesuchten Pflanzen etabliert. Die wilde Aster, die Nachtkerze, Fingerhut und kleine Braunelle haben sich eingestellt. Sie begleiten alle Blühstauden den ganzen Sommer über, die Braunelle beginnt jetzt mit der Blüte.
 Katzenminzen, Steinquendel, Salbei, Glockenblumen, Storchschnabel, Astern, kommen ganz gut mit der Trockenheit im Beet zurecht.
 Andere Pflanzen, wie z.B. die Flockenblume oder Veronika haben sich nicht gehalten, obwohl sie heimisch sind und auch als robust genug empfohlen werden.

Der klimafitte Garten
Auch in den Beeten muss es mit wenig Wasser gehen

Mittlerweile mache ich mir auch hier Gedanken, ob ich den Boden nicht noch einmal mit einem Sand-Schottergemisch verändere, um seine Wasserhaltefähigkeit etwas zu verbessern. Die Beete habe ich im Sommer auch schon gewässert, wenn auch nur wenig. 
In meinen Augen muss sich die Pflanzengesellschaft lange alleine halten können, denn wird es noch trockener, dann will ich nicht soviel Wasser geben müssen, da auch Wasser als Ressource knapper werden wird.

Es war ja von Landstrich, zu Landstrich sehr unterschiedlich auf den Wetterkarten zu bobachten daher meine Frage:

Habt Ihr in diesem Sommer eher mit Trockenheit oder Nässe zu kämpfen gehabt?


Wie stellt Ihr Euch auf die kommenden Veränderungen ein?


Das Klima wandelt sich, der Garten muss sich wandeln! Wandeln wir uns mit!


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