Die Farbe Grün - Die Allesverbindende

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Grün verbindet alle Farben und alle Elemente im Garten

Metall im Garten
Anstelle eines Pilzes muss es eine Kugel sein...

Im Farbkreis

steht Grün zwischen gelb und blau. Sozusagen zwischen dem Himmel und der Sonne. Und das, wo der Garten doch "unten" liegt. Grün stellt dennoch eine Verbindung mit dem Himmel und der Sonne dar, denn es hilft und ermöglicht uns, überhaupt unter diesem Himmel zu leben! Deshalb sollten wir im Garten eine bunte Vielfalt schaffen! Keine Sorge, Grün verbindet diese bunte Vielfalt im Garten miteinander und stellt die nötige Ruhe her. Das grüne Gartenband sozusagen. Grün stellt die Grundlage unseres Lebens dar! Wir sind nichts ohne Grün! Grün bedeutet Sauerstoff, Wachstum und Werden. Für uns Europäer hat Grün nicht die Symbolkraft wie z.B. rot, grün ist aber eine Seelenfarbe, denn in unserem Sein stellt Grün eine tiefe Freude her, die ihresgleichen sucht. Ich sage nur: MAI!
Wir können wohl grün vor Neid werden, im Grunde ist Grün aber die alles verbindende Farbe. Grün verspricht Leben und Wachstum! Jäger tarnen sich in grünem Loden und verschmelzen so mit ihrer Umgebung. Die Tiere sind schlauer und wittern den Menschenjäger, sehen tun sie ihn aber recht schwer durch sein Tarnkleid.

buntes Beet verbunden durch Grün
Ein buntes Beet findet in Grün seinen "roten Faden"

Nun stehe ich vor der Aufgabe, Grün in meinem Garten hier vorzustellen. Bisher habe ich über die Grundfarben vieler Pflanzen in meinem Garten gesprochen.
Grün gleicht alle möglichen Diskrepanzen zwischen diesen Farben aus, diese Farbe verbindet alles. Grün ist die Verbindung zwischen allen weiteren Farbschattierungen des Gartens. Natürlich lieben wir bunte Blüten, sie werden aber noch hervorgehoben und betont durch den grünen Hintergrund, den Pflanzen mit ihren Blättern bilden. Grün ist das Band des Gartens und verwebt alle Bereiche miteinander. Ein Garten ohne Grün ist nicht denkbar. Noch die übelste Steinefläche moderner Vorgärten hat irgendwo etwas Grün, allein, um zu markieren, das dies keine üble Steinefläche, sondern ein Garten sein soll.

Ein buntes Beet wird durch die Farbe am Boden zu einer Einheit, das Blau des Himmels (s.Blogeintrag über Die Farbe Blau) wird durch den Anblick einer grünen Baumkrone um so schöner.
Grün sollte sich auf allen Ebenen des Gartens finden lassen.

Winterlinde der Gartenphilosophin
Unsere Winterlinde im Sommerkleid

Soll ich nun beginnen, die grünen Pflanzen aufzuzählen? Dann macht Euch auf eine lange Zeit hier gefasst….
Nee, im Ernst, natürlich kann ich damit nicht beginnen, nur, es fände kein Ende. Im Grunde könnte ich dann einen Pflanzenkatalog schreiben. Davon gibt es aber schon genug, geht in einen Gartenfachhandel vor Ort (Link zu Pflanzenhandel-Helmrath) und lest die Schilder all dieser wunderbaren Pflanzen. Deshalb dachte ich, ich stelle Euch die Bäume meines Gartens vor. Bäume sind für uns Menschen der Inbegriff von Grün!

Blatt un Blüte Malus d. 'Roter Astrachan'
Blatt und Blüte des 'Roten Astrachan'

Alles beginnt im Frühjahr

nach den langen Monaten, in denen wir das Gefühl haben, das nichts wächst. Aus meinem Blogbeitrag "Wehmut? Vorfreude?  wisst Ihr ja schon, das das nicht stimmt, denn alles fliesst und in einem klug gepflanzten Garten gibt es immer irgendwo etwas Grünes zu sehen. Aber eben nur etwas. Das Fest des Frühlings beginnt mit Blüten, aber fast gleichzeitig auch mit dem Austrieb der ersten Blätter! 
Das ist der Moment, wo alles Menschen innerlich beginnen, zu jubilieren, was die Vögel schon lange begonnen haben, setzen wir fort, wir singen das Lied des Frühlings, ganz einfach, indem wir uns an dem frischen Grün freuen, und diesen Austrieb des Lebens bis in die tiefste Faser geniessen und begrüßen. Ich zumindest kenne niemanden, den das kalt lässt.

Maigrün der Winterlinde Tillia cordata der Gartenphilosophin
Maigrün und Lindgrün in einem

Das Maigrün der Linde ist nicht das erste Grün, mit ihm beginnen sich aber, die Laubdächer zu schliessen. Im Laufe des Frühsommers wird dieses Grün immer satter und dunkler, die Blätter sind immer mehr darauf ausgerichtet, Sauerstoff zu bilden. Deshalb wird das dafür nötige grüne Chlorophyll immer stärker ausgebildet. Ein Baum atmet CO2 ein, verstoffwechselt dieses und atmet O2, den Sauerstoff wieder aus. Durch ihre Ausatmung sind Bäume in der Lage, Kühle zu schaffen. Den Sommer unter dem kühleren schattigen Blätterdach eines Baumes zu verbringen bedeutet Entspannung, Urlaub und eine gute Zeit.

Malus d. 'großer Boiken'
Stunden verbringen wir auf der Apfelterasse

Ab dem Herbst wird alles wieder lichter und die Blätter der Bäume verändern ihr Laub hin zu gelb, braun, rot, je nachdem. Das ist der Moment, wo wir uns mit dem Grün der Stauden, der Wiesen und des ersten Tannengrüns beschäftigen. Mir persönlich hilft im Winter der Anblick meiner portugiesischen Kirschlorbeeren im Hühnergarten nicht darüber hinweg, das es nicht grün ist, ich dürste wirklich eher nach dem Laub der Bäume und Stauden.

Hängeulme in Blüte
Die Hängeulme in der Blüte

Im Winter,

wenn Weihnachten vorbei ist, helfen Kerzen uns in der dunklen Zeit über so manche triste farblose Stunde hinweg. In Gedanken gehen ich dann schon einmal vorwärts in das nächste Frühlingsfest. Im Garten beginnen jedoch die Christrosen mit ihrem dunklen Laub und den ersten Blüten mich darauf aufmerksam zu machen, das es bald wieder losgeht und wir schon mal nach den ersten Krokussen Ausschau halten könnten…

Der Reigen beginnt von vorne.

 

Robinie 'Casque Rouge' im Garten der Gartenphilosophin
Die Robinie 'Casque Rouge' im Garten

Im Garten

stehen verschiedene Bäume, einige von Anfang an, einige im Laufe der Jahre gepflanzt.

Die ersten Bäume waren die Zierkirsche und zwei Kirschbäume. Die Winterlinde und der Apfelbaum ‚Großer Boiken’ stehen dort als meine Geschenke zu Weihnachten und Geburtstag an Peterson, die Hängeulme habe ich mir zum Einzug geschenkt.

Im Laufe der Jahre sind eigentlich nur Apfelbäume dazugekommen und als derzeit letzter Baum eine große Robinie, die irgendwie über war. Eigentlich wollte ich nie eine Robinie, da sie giftig für die Pferde ist und sich durch Ausläufer stark verbreitet. Diese hier macht das nicht, es ist die 'Casque Rouge'. Sie hat einen Platz an der Südseite des Wagens gefunden und versucht, sich zu etablieren. Erfahrungsgemäss dauert das bei mir im Garten sehr lange. Da sie schon sehr hoch war und sehr viel Wasser benötigte, welches sie noch hoch transportieren musste, leidet sie immer noch ein bisschen. Die paar Blüten die sie Ende Mai, Anfang Juni treibt sind ausserordentlich beliebt bei den Hummeln. Ich hoffe sehr, das sie es schafft und noch viele Jahre im Mai mehr und mehr Insekten nähren kann.

Walnuss bei der Gartenphilosophin
Meine schöne Walnuss

Vor fünf Jahren habe ich von Peterson eine Walnuss geschenkt bekommen, sie hat hinten im Garten gestanden. Leider völlig im Freistand. Vier Jahre hat sie ihr Bestes gegeben und in jedem Frühling haben die Eisheiligen ihren frischen Austrieb vernichtet. Das hält die beste Walnuss nicht aus, leider hat sie den letzen Frühling mit diesem fiesen Spätfrost nicht mehr gepackt. Mir tut das sehr leid, ich hatte mich schon auf eine schöne Krone im Alter gefreut und den Pferden eine fliegenfreie Zone. Hat nicht sollen sein. Zwei Walnüsse hat sie mir geschenkt, sie war wirklich sehr tapfer. Einen anderen Platz im Garten konnte ich ihr nicht geben, weil sie im Alter so groß geworden wäre, da hätte sie unser eher nach Norden ausgerichtetes Grundstück völlig verschattet.

Apfelquitte
Die Apfelquitte vor dem Hühnerwagen

Hinten im Garten, eher im Hühnergarten steht noch eine Apfelquitte, sie ist ein Halbstamm. Halbstämme sind bei mir nicht stark vertreten, denn mein Garten ist groß genug, um viele Hochstämme zu vertragen. Die gab es nur als Halbstamm und steht vor dem Hühnerwagen. Das Gelb der Früchte verspricht imGrün des Laubes die höchsten Genüsse. Wenn die Quitten reif sind, verarbeite ich sie zu Mus, Marmelade, Likör und Chutney.

Austrieb der Buchen im Frühling
DernBuchenaustrieb ist Labsal für die Seele

Ein wunderbares Gefühl des Frühlings vermitteln mir auch der Austrieb der Buchenhecken.
Unsere Hecken sind im Wechsel mal formal mit Buche und Liguster und natürlich in Form von Büschen und Sträuchern. Der Buchenaustrieb bereitet mir auch immer ausgesprochen gute Laune, dies Blätter sind in ihrem zarten Grün so seelenergreifend wie nur was.

Austrieb des Kugelahorn
Austrieb und zeitgleiche Blüte des Kugelahorn

Auch wenn Bäume mit ihrem grünen Laub heute das Hauptthema darstellten, ist die Farbe grün natürlich überall im Garten zu finden. Beim Schreiben dieses Artikels wurde mir klar, das das eine Mammutaufgabe darstellt, sich dem allumfassenden Grün zu stellen. Es werden logischerweise noch viele Artikel folgen, die Grün in den Mittelpunkt stellen. Deshalb verzeiht, wenn ich heute keinen Roman schreibe, auch wenn es mir schwerfällt.

Moos auf Sandstein
Mit diesem Moos ist viel los!

Was Grün auch noch bewirken kann, ist ein Gefühl des leicht romantisch morbiden verwunschenen Charmes in Form von Moosen auf Steinen. Gerne auf Friedhöfen oder bei mir im Garten auf der Nordseite an der kleinen Steinmauer. Wenn da die Sonne drauf scheint im Winter, erhellt es das Auge und auch das Herz. Ohne Sonne ist die Wirkung eine ganz andere, es ist aber immer grün und verstärkt oder schafft gerade erst Wirkung.

Macht also Eure Gärten so grün wie möglich! Gestaltet sie in allen Grüntönen, Ihr könnt nichts falsch machen!

Grün verbindet unser Herz mit den Pflanzen, mit dem Garten, mit dem Leben schlechthin


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