Die Farbe Weiß - Die Edle

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Weiß -Die Edle "Farbe"- ist die Reflexion aller und somit keine Farbe

Weiße Tintlinge
Tintlinge - viel edles Weiß vor grün
* führt als Link zur Baumschule Horstmann

Dafür, das sozusagen ALLES an Farben gleichzeitig zu sehen ist, können wir Weiß ergänzend, aufwertend einsetzen. Es vermittelt, bringt Leichtigkeit, Helligkeit, Sanftmut und alles gleichzeitig in’s Spiel. Edelmütig tritt Weiss in den Hintergrund und lässt die Farben vor. Ein ruhiger dunkler Hintergrund lässt das Weiß aber auch sehr schön zu Geltung kommen. Weiß passt immer.
Aber Achtung, zuviel an Weiß kann einen Gartenanblick auch langweilig werden lassen, finde ich. Es entsteht der Eindruck von Sterilität. Nur Weiß benötigt viel Grün, um nicht in zuviel Kälte im Anblick abzudriften. Kalt und langweilig soll kein Garten daherkommen. 


Erdbeerblüten
Erdbeerblüten kann ich nie genug haben

Weiß ist eine Farbe, die Festlichkeit aber auch Empfindlichkeit bedeutet. Wie schnell fällt ein Fleck auf Weiß auf und zerstört die Illusion vom Perfekten.
 Wie sehr müssen wir auf uns achten, wenn wir weiße Kleidung tragen, da darf aber auch gar nichts schief gehen. Weiß ist hygienisch aber auch anstrengend, eben wegen seiner Empfindlichkeit und Anfälligkeit für störende Flecke. In der Forschung und Medizin ist das gut, denn jeder störende Fleck wird gesehen und eine Grundhygiene kann durch Umziehen leicht wieder hergestellt werden. Auf der Gartenparty sieht es toll aus, jeder Fleck kann auch durch Kleidungswechsel „entfernt“ werden. Nur, meist hat man gar nicht soviel weisse Wechselkleider dabei. So heisst es dann: Extreme Vorsicht!!!!
 Da gehe ich ja gerne in bunt, dann fällt die Rote Grütze nicht so auf…

Hortensie und Schmetterling
Hell und Dunkel - wunderbar

Im Garten habe ich in Form meiner schönen Rispenhortensien 'Limelight'* das Weiß. Sie stehen vor der hölzernen dunklen Hauswand und erhalten dadurch ihren betonenden Kontrast. Jedes Insekt, das sich an den Hortensien gütlich tut, verstärkt die Wirkung noch einmal mehr. Das über Wochen bis in den Herbst hinein.

Gartenelfe aus Metall
Schön ziselierte Gartenelfe

Heute, im Januar,

habe ich besonders viel Weiß im Garten, in Form wunderbaren Raureifs. Es wirkt unglaublich in Verbindung mit der strahlenden, goldenen Sonne. Den Hochgesang hatte ich ja schon in meinem Raureifblogbeitrag, heute ist der Raureif aber deutlich ausgeprägter, es ist so kalt, das auch die Sonne den Reif nicht wegschmelzen kann und der Kontrast nochmal um so deutlicher zutage tritt.

Rosa 'Long John Silver'
Meine schöne 'Long John Silver'

Zurück zu den Hortensien, sie sind für einige Wochen die weissen Bestimmer in meinem Garten. Einige weisse Rosen hatte ich, derzeit ist es nur eine weisse Rose, die unermüdlich bis zum Frost im Beet geblüht hat. Es gibt noch andere weisse Kletterrosen*, die allerdings nur einmal blühen:
Am Stall meine Kletterrose ‚Long John Silver‘.
An der Eiche vorne an der Strasse hat die ‚Kew Market' sich nach 10 Jahren etabliert und erhellt den dunkleren Ort einmal im Jahr mit ihren wunderschönen Blüten.

Bauernjasmin
Überbordende Blütenfülle des Bauernjasmin

Der weiße Blütenreigen

Aber, beginnen wir mit den weissen Blüten im Frühjahr. Die Äpfel* beginnen den Reigen. Ihnen folgen die Deutzien*. In meinem Garten stehen die große und die kleine Deutzie*. Ihnen folgt die Sternmagnolie*. Sie steht erst 6 Jahre hier und wie alle Büsche und Pflanzen braucht sie Zeit, bis sie durchstarten kann. Deshalb ist ihre Blüte mehr als bescheiden und kurz. Im letzten Frühjahr habe ich sie, glaube ich, verpasst. Ich hatte auch Schleifenblumen* im Garten, kann mich da aber auch nicht erinnern, ob sie im letzten Jahr geblüht haben. Dafür hat der Jasmin* überbordend geblüht.

Staudenpäonie
Die Pfingstrosen blühen

Wer auch wunderbar in weiß im Spätfrühjahr, Frühsommer blüht, das sind meine beiden Päonien, die Pfingstrosen 'Jan van Leeuwen'* und dann im Juli der Mohn*.
Nicht zu vergessen der Liguster vulgare*. Sein Duft erfüllt den ganzen Garten mit der Idee von Honig. Während ich den Duft geniesse, wird er von Insekten umschwärmt, die wissen, das Duft auch Nahrung bedeutet. Den Zwischenschritt überlasse ich gerne ihnen. Spannend wäre, wie reiner Ligusterhonig schmeckt…
Ach ja, die Amelanchier*, die Felsenbirne wollte ich nicht unerwähnt lassen, auch ein Fest in weiß!

Wilde Aster und Möhre
Weiß und Weiß gesellt sich gut

Das Bergbohnenkraut* im Sommer macht den Walzer der Insekten noch einmal schneller, wenn das blüht, dann ist kein Halten mehr. Leider habe ich da keine Bilder gemacht, es war einfach zu nass, in den letzten Jahren war dort aber immer ein sehr reges Treiben in der Blütezeit.Wer das ganze Jahr durch den Garten wandert und mich anblüht, das sind meine wilden Astern. Die sind überall und grüßen häufig weit über den Blütenköpfen ihrer Begleiter (oder begleiten gar sie?) stehend. Damit lockern sie viele Stellen im Garten auf, ergeben aber auch manchmal ein etwas unordentliches Bild meiner Beete. Wenn sie mich stören, dann fliegen sie raus, was sie nun so überhaupt gar nicht stört, denn meist stehen sie mit dem nächsten Horst schon in den Startlöchern. Da sie keinen mir erkennbaren Nutzen für die Insekten haben, freue ich mich und rupfe, wo sie stören ohne schlechtes Gewissen...

Polygonon 'Johanniswolke'
Die 'Johanniswolke' neben der Bank

Der Etagenschneeball*, wie könnte ich den vergessen! Blüte und später die roten Beeren UND sein schöner Anblick sind das ganze Jahr eine Freude. Ebenso mein Bergknöterich, der Aconogonon speciosum ‚Johanniswolke‘*. Er hat seinen für mich perfekten Platz im Süden unter den Bäumen und neben der Gartenbank gefunden, vor allem wenn er blüht. Er ist eine sehr mächtige Staude, die spät austreibt, lange steht und im Winter erst die Flügel streckt. Im Frühjahr schneide ich ihn runter und lasse die alten Triebe als Dünger liegen. Herrlich! Faules Gärtnern, das wäre sogar in weißer Kleidung möglich…

Biene am Liguster vulgare
Für die Biene ist die Welt völlig in Ordnung

Am Anfang des Artikels dachte ich noch, das ich gar nicht so viele weiße Blüten im Garten habe. Das scheint aber gar nicht zu stimmen, es sind viele weiße Blüten vorhanden. Bis auf die Obstbäume und den Liguster dienen sie aber mehr der Zierde. Der ‚Johanniswolke’ sagt man nach, das sie Fliegen anzieht, die sich an den Blüten laben. Das habe ich bisher nicht wahrgenommen. Dieses Jahr gehe ich noch einmal ran an die Planung, um da das Angebot für die Insektenwelt zu verbessern.

Hagebutte und Raureif
Die will ich Euch einfach so zeigen

Weiß, die Nützlichtse aller Reflexionen gehört in jeden Garten und passt auch in jeden Garten. Zu jeder Jahreszeit!

 

 


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