Die Gartenphilosophin macht kitschige Photos

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Kitschige Gartenbilder mit dem gewissen Extra...

Eine unbekannte Wildbiene sammelt Nektar und Pollen auf den Blüten des Ferkelkrauts, Hypochaeris radicata

Meine Bilder, die ich Euch in der Regel hier zeige, sind ja eher von satten Farben geprägt, sie sollen zwar schön sein, aber auch Informationen und natürliche Eindrücke bieten. Deshalb vermeide ich eine zu starke, die Natürlichkeit verzerrende Nachbearbeitung. Die Natürlichkeit meines Gartens und seiner Bewohner kommen und sollen mehr zur Geltung kommen.

Frühlings-Hungerblümchen, Draba verna, bieten Blüten und Sämereien für Insekten und Vögel
Frühlings-Hungerblümchen, Draba verna, bieten Blüten und Sämereien für Insekten und Vögel

Heute jedoch ging das nicht. Heute war ich auf der Pferdeweide, die leider in den letzten zwei trockenen Jahren hier völlig zusammengebrochen ist. Sie ist dadurch zu einer sehr wertvollen Trockenwiese geworden. Das freut die Insekten, mich als Pferdehalterin jedoch nicht so recht, denn auch die Pferde sollen sich etwas gönnen können, Gras nämlich.
In den trockenen Jahren und auch durch die starke Beweidung dieser kleinen Fläche über die Jahre wurde der Grasanteil immer geringer, dann haben ihr die letzten zwei Sommer den Garaus gemacht.

Junikäfer im Jakobs-Kreuz-Kraut
Junikäfer hat sich im Jakobs-Kreuz-Kraut über Tag versteckt

Nun wachsen hier Sandglöckchen, Scharfe Fetthenne, Sedum acre, JKK blüht und im Frühling eine Menge des Frühlings-Hungerblümchens, Draba verna.
Mit der Wiese muss etwas passieren, ich will versuchen, einen Spagat für alle Futterinteressenten zu finden. Mal sehen, was sich finden lassen wird.
Während ich da so auf der "Weide" stehe und vor mich hin denke, wird sie mehr und mehr lebendig. Hier eine Hummel, da ein Käfer. Das JKK habe ich nach Raupen des JKK-Blutbärsabgesucht, die finde ich aber im Moment nicht.

Gartenhummel in der Wilden Malve
Die Malve hat sich zur Freude der Hummeln seit Jahren in der Gartenwiese etabliert

Immer wenn ich Lebendigkeit entdecke, flammt die Neugier auf und ich schau genauer hin. Heute hatte ich aber eine Kameraeinstellung "übrig", die etwas viel Licht mit einfing. Eigentlich ändere ich das sofort, doch heute konnte ich das nicht. Schon beim Fokussieren war ich ganz hingerissen, von dem, was sich im Zarten (Kenner würden mit Recht sagen: "in der zu starken Überbelichtung"...) finden lässt. Es tat sich eine Athmosphäre auf, die so gut zu dem heutigen Tag passte. Licht, Lebendigkeit und Luftigkeit trafen sich und zeigten sich genau in den Bildern.

Muskatellersalbei in Rosa
Der Muskatellersalbei ist besonders, öhm, rosa...

Ich bin sicher: in ein paar Tagen werde ich über den Kitsch stöhnen, er ist meine Sache nicht. Noch nie gewesen...
Wenn ich in ein paar Tagen aber noch schlau bin, dann lasse ich mich daran erinnern, was dieser heutige Tag für eine besondere Athmosphäre hatte. Diese schöne Erinnerung wurde hier dokumentiert; hoffentlich kann ich das mit den Bildern auch bis zu Euch transportieren

Unbestimmte Wildbiene sitzt auf der abgeblühten Nachtkerze
Farben, Strukturen, Lebendigkeit, heute war es genau der Tag dafür

Jedes Insekt, dass sich in den Blüten zeigte, passte so haargenau da hin, jeder Stängel, der sich mit auf das BIld schlich hatte genau den richtigen Platz im Bild.
Jede Blüte erschien völlig neu in ihrer ungalublichen Pracht und Einzigartigkeit!
Völlig faszinierend!

Zichorien in der Besetzbaren Kräuterspirale im Frühling
Überbelichtung hat auch seinen Charme, wenn es um insektenfreundliche Pflanzen geht

Zichorie - Blume des Jahres 2020

Mit diesen Eindrücken meiner Weide bin ich dann noch durch den Garten "gebildert". Die Besetzbare Kräuterspirale hat sich auch von ihrer besten lichten, lebendigen Seite gezeigt.
Der Muskatellersalbei, die Zichorie (Links zu den Artenporträts) als Blume des Jahres 2020, die Nachtkerzen, Färberkamillen; alles war heute besonders.
Vor allem die Zichorienblüten haben sich sehr mit den Stängeln ausgebreitet und hängen fast überall dazwischen. Kaum ein Bild ohne bunte Farben. Bis auf dieses Photo der Zichorienblüte, die gen Himmel zeigend meine Aufmerksamkeit auf sich zog.

Unbestimmte Wildbiene sammelt Nahrung auf Wildem Majoran
Auf dem Majoran herrscht das pure Leben

Auch in den Beeten steppte der Bär im schönsten Licht. Der Oregano steht in voller Blüte. Diese Pflanze breitet sich gerne aus und hat keine Scheu, das Kiesrondell vor dem Wagen zu besetzen. Dort zieht sie Schmetterlinge,Wildbienen, Schwebfliegen und jagende Wespen an, dass es eine Freude ist, dort sitzen zu bleiben, zu geniessen und Bilder zu machen. Mit viel Licht und Leichtigkeit in den Farben. Na gut, nennt es Kitsch.

Wespe in der Blütenpracht der Winterlinde, Tillia cordata
Die Winterlinde bietet der Wespe Nahrung

Ein kitschiges Gartenbild hab ich noch!

Die Winterlinde blüht im Moment, viele Insekten versammeln sich dort.
Das bietet mir die Möglichkeit, auch hier Photos mit etwas Kitsch Zuckerguss zu machen.

Seht es mir nach, heute ist Kitschige-Bilder-Tag

Gönnen wir uns Kitsch - es tut auch mal gut!


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