Ein kurzer Frühlingsgruß der Gartenphilosophin

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Wachsen und Blühen oder damit doch noch lieber warten?

Rosen im Busch
Rosen starten schon durch

Es ist kalt. Jetzt, kurz bevor der Frühling die letzten Jahre schon voll im Gange war. Diese letzten Jahre habe ich schon Stunden im Garten verbracht und vieles photographiert. Daran habe ich mich so gewöhnt, dass ich völlig vergessen habe, dass wir es mit einem relativ gewöhnlich kalten März zu tun haben.
Kalt eben. Ohne Schnee, dennoch mit ausreichend gefallenem Regen. Hier in Norddeutschland sind wir ja nicht schneeverwöhnt, sondern haben ja dieses 5° Nieselwetter. Insofern, alles normal, nur nicht so berichtenswert.
Trotzdem, es gibt einige hoffnungsfrohe Nachrichten.

Fliegen in der Kornelkirschblüte
Auf Fliegen ist Verlass

Insekten? Ja!

Die Kornelkirsche hat in diesem Jahr ganz prächtig geblüht. Durch die Kälte sind noch keine Wildbienen geschlüpft. Wir können uns aber auf fleißige Fliegen verlassen, die das Geschäft der Bestäubung übernahmen, während sie sich sattgefressen haben. Dieses Jahr werde ich mich auf Fliegen mehr konzentrieren, denn auch sie sind in ihrer Vielfalt sehr interessant für mich geworden. Wer von Euch mit mir genau hinschauen will, kann ihre verschiedenen Farben, Körper und Musterungen kennenlernen. Ich bin gespannt darauf, vertrauter mit Fliegen zu werden.

Hummelkönigin an Weidenkätzchen
Die Dunkle Erdhummelkönigin ruht am Morgen in den Weidenkätzchen

Dunkle Erdhummeln haben dieses Jahr Hochsaison. Sie sitzen in den Weidenkätzchen und die Bäume sind erfüllt von ihrer großen Anzahl. Wenn ich zu den Weiden gehe, um sie zu beobachten, dann muss ich stark aufpassen, wo ich hintrete, denn sie sitzen nicht nur an den Kätzchen, sondern sind auch am Boden unterwegs, um sich vor der Kälte im Laub zu schützen oder vielleicht auch schon die ersten Nistmöglichkeiten zu finden und zu besiedeln. Sie dämpfen durch ihre Anwesenheit jedoch meine Ungeduld, weitere Wildbienen und andere Insekten endlich beobachten zu "müssen".

Kleiner Käfer in der Weidenblüte
Ein wirkliches Kleinchen in den Weidenkätzchen

Insekten und Blüten brauchen einander

Es stimmt natürlich nicht. Einige Käferchen, so richtige Kleinchen, sind auch schon unterwegs und krabbeln auf den Weidekätzchen herum. Die Gelegenheit, Euch ein Macro eines Weidenkätzchens zu zeigen! Die Blüte der Weide sieht wunderbar aus, oder? Pelzig und nahrhaft. Genau das Richtige, um sich vor einbrechender Kälte zu schützen und trotzdem Nektar und Pollen bereit zu stellen.
Viele Spaziergänger nehmen sich im Frühjahr gerne ein paar Zweige mit nach Hause. Tut das nicht! Hummeln und früh fliegende Insekten können jede Blüte gebrauchen, um genug Energie für sich und Kraft für die nächste Generation zu sammeln. Sie haben jetzt die Staatsgründung vor sich, bzw.die Eiablage und Nestanlage. Sie brauchen genau die Kraft der Blüten, die bei Euch zu Hause in der Vase vor sich hin welken würden.

Scilla in blau und weiß
Die Scilla blüht

Neben den Weiden beginnen nun auch die wertvollen Frühlingsblüher zu blühen. In den letzten Jahren waren sie schon gut besucht, dieses Jahr lässt es die Kälte noch nicht zu. Sie dienen zum Ausgleich meinen Augen als "Nahrung", denn Farbe tut nach den grauen Tagen ohne Sonne oder Schnee auch uns Betrachtern gut! Hoffentlich wird es in den nächsten Tagen wärmer und andere Insekten wachen auf und besuchen sie. Ansonsten übernehmen die Fliegen...

Rosenaustrieb im Gegenlicht
Schöne Anblicke für das Auge

Mein Garten ist auch in anderen Perspektiven zumindest augenfreundlich zu mir. Er bietet schöne Anblicke im frühlingshaft-winterlichen Gegenlicht. Wie gesagt, er hat sich noch nicht entschieden, welche Jahreszeit er nun goutiert...
Also hält er mich hin. "Lebendigkeit? Ja! Später! jetzt erst einmal andere Anblicke finden, die erfreuen". Also Rosenblätter im Gegenlicht. Das sieht ebenfalls wunderbar aus und belebt Herz und Sinn. Obwohl... Ich bin ungeduldig!
Das stelle ich doch fest. Frühlingsungeduld!

Kurilenkirsche in der Knospe
Kurilenkirschknospen

Die Kurilenkirsche erhört meine Ungeduld und beginnt, zu blühen. Leider wird auch sie nicht so besucht, wie die Jahre zuvor.
Ihr lest es heraus, es kann mir im Moment nicht recht gemacht werden, denn Blüte und Besuch passen nicht zusammen.
ich geb aber nicht auf und beobachte weiter! Wenigstens das kann ich tun.

Kaffee im Garten
Kaffee oder Tee? Geduld ist gefragt

Geduld...

Nun fragt Ihr Euch bestimmt, was mein Geplauder nun soll? Ihr habt ganz andere Sorgen! Diese Sorgen teile ich natürlich mit Euch! Corona geht auch an mir nicht vorbei und die daraus resultierenden Schwierigkeiten bestehen auch hier.
Mein Garten ist aber groß, er ist lebendig. Daran möchte ich Euch teilhaben lassen. Diejenigen LeserInnen und GärtnerInnen unter Euch, die ihr im Moment an das Haus oder die Wohnung gekettet seid - nutzt meinen Blog als Fenster hinaus in die Natur! Schaut durch das Fenster des Monitors auf das, was sich im Moment in der Natur als Frühling entfalten will. Losgelöst von unseren gesundheitlichen Sorgen, bahnt er sich seinen Weg. Jahr für Jahr unterschiedlich aber immer auf dem Weg zum Leben und Wachstum!
Mit ,meinen Blogbeiträgen möchte ich Euch und mir die Zeit vertreiben, die wir nun vermeintlich sinnlos herumsitzend, uns irgendwie vertreiben müssen. Sie sollen meinen Gruß an Euch darstellen, Euch etwas ablenken. Ja, es kann auch Sehnsucht in Euch wecken, die Sehnsucht nach der Aussenwelt, der Natur! Das ist auch gut, denn Sehnsucht entwickelt sich nur dann, wenn wir Energie in die Ziele und Wünsche unserer Zukunft schicken. In der Zukunft liegt die Kraft und der Optimismus, dass sich bald alles wieder zum Guten wenden wird!

Der Frühling erzählt genau diese Geschichte: Trotz Kälte und Wartezeit werden wir auch wieder nach draußen kommen!


Zurück

Einen Kommentar schreiben