Ein Manifest an den Frühling

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Lieber Frühling! Es wird Zeit!

Der Frühling lässt auf sich warten!

Die Sonne, die Du hier am Tage scheinen lässt, beginnt zumindest hier, schon eine gewisse Wärme zu erzeugen. Dafür danke. Von den -14° des Wochenbeginns sind wir innerhalb von 24 Stunden auf 6° hochgeschossen. Das erscheint so warm, das wir die Draussen-Kaffee-Saison eingeleitet haben. Ab März denke ich, kann man damit vorsichtig beginnen. Auch habe ich die Gunst dieser geschenkten warmen Stunden genutzt und habe meinen Obstbäumen erzählt, das es noch Februar ist und ich sie deshalb noch mal einem Winterschnitt unterziehe. Dafür entschuldige ich mich bei Dir. Es war eine kleine Notlüge, weil Väterchen Frost solange bei uns blieb.
Die Idee, mit dem Spaten zu testen, ob vielleicht schon das erste Beet umgegraben werden kann, habe ich mir erspart, denn am Pferdepaddock kann ich leicht erkennen, das gerade mal 1 cm umzugraben wäre.

 

Sonnenaufgang bei der Gartenphilosophin
Danke für den Sonnenaufgang

Wie sieht im Moment so mein Tag aus?

Komm, ich erzähle es Dir, vielleicht verstehst Du mich dann besser und hilfst dem Väterchen in sein Bettchen, es braucht doch auch seine Ruhe...

Morgens: alles weiss, der Boden hart gefroren, kalt, aber die Sonne kündigt sich schon an. Im Haus bullert der Ofen, der Kaffee liegt noch gut wärmend in meiner Hand.
Dann lässt Du die Sonne immer weiter aufgehen und langsam wird aus dem weissen "Was-weiss-ich", das wartende grau/braun eines Vorfrühlingsgartens, der gerade durch die Mangel des starken Frostes gedreht wurde. Im Moment gibt es wenig Schönes zu sehen, zumindest hier bei mir. Mein Garten hängt in der Warteschleife und ich mit ihm. Die Haselnuss ist verblüht, die Kornellkirsche blüht noch nicht, die Zwiebelblumen, die ich zu Deinen Ehren gesetzt habe, lassen sich noch nicht blicken. Ein paar Farbflecken, wenn auch nicht bunt, sind die Maulwurfshügel auf grünbraunem Grund…
Willst Du das wirklich, mein Lieber?

Der Mittag mischt Sonne und Eis bei der Gartenphilosophin
Wo Sonne ist, ist alles weggetaut

Der weitere Tag, lieber Frühling?

Tja, mittags ist es kuschelig warm, und höchst erfreulich, solange Du die Sonne scheinen lässt. Da wird ein schöner Plusgrad erreicht, der echte Freude macht, aber doch auch nur meine Ungeduld steigert! Der Boden ist gefroren! Kannst Du nicht dem Ostwind sagen, er soll schon mal die Bettdecke für das Väterchen aufschütteln gehen? Das kannst Du doch so nicht wollen!
Keine weiteren Arbeiten draussen möglich, ausser im planerischen Bereich drinnen.
Na ja abäppeln, das bleibt täglich, bei allen Winden und Wettern…
Warum bist Du denn so zögerlich?

Kraienkopphahn
Sonnengenuss

Nachmittags kann den Hühnern beim Gammeln zugesehen werden. Sonnengammeln ist für sie das Höchste! Sie geniessen, baden im Sand,finden aber auch keinen frischen Grashalm. Frühling, mein Freund! Ostern steht vor der Tür, da braucht es Gras! Der Dotter will gelb werden, die ersten Eier wollen u.U.gebrütet werden! Auch die Hühner brauchen Dich!

Sonnenuntergang bei der Gartenphilosophin
Der Sonnenuntergang mit einem Versprechen

Der Abend, lieber Frühling?

Am Abend dann geht die Sonne im herrlichen Licht unter. Damit versprichst Du uns, am nächste Morgen wieder zu kommen. Du versprichst aber nicht, das sie nicht auch noch nähere Verwandtschaft, wie Väterchen Frost oder die zweieiigen Zwillinge Schnee und Regen mitbringt.
Da dürfen wir dann am nächsten Morgen gespannt sein. Schau, mal sieht mein Morgen so aus, wie oben gezeigt. Oder so wie heute in Schnee.
So geht das nicht weiter. Wie soll das enden?

Schneemorgen bei der Gartenphilosophin
Versprechen leider nicht gehalten

Frühling, mein Freund!

Dieser Kreislauf aus Versprechen und Anlocken im März macht mich sehr kribbelig. Für mich, wie wohl für uns GärtnerInnen schlechthin hat der Winter JETZT ! Bitteschön! Sein Ende zu finden.
Wir wollen hinaus, in das Licht, in die Sonne! In den Schuppen, um den Spaten zu holen! Nein, nicht, um ihn zu ölen und zu pflegen, er soll jetzt wieder einen Nutzen haben.
Meine Projekte wollen zumindest begonnen werden. Das geht aber nicht, wenn Deine sonnigenTage immer nur Versprechen da lassen. Sogar noch mal mit Schnee! Schau, die Knospen stehen in den Startlöchern, nur ganz wenige Zwiebelblumen zeigen ihre Triebspitzen. Da muss doch jetzt mal was passieren! 
Lieber Frühling! Mal gaaaanz ehrlich! DAS REICHT NICHT! Da geht noch was!
Ich will Temperaturen jenseits des Gefrierpunktes! Ich will Blumen, wachsendes Gras; von mir aus auch in den Beeten. Meine Ansprüche dahingehend schraube ich gerne zurück, wenn ich jetzt nur endlich anfangen kann!

Frühling! Halt Dich ran!

Ich will raus aus der Warteschleife und den Ausbruch aus den beengenden Bodenverhältnissen und Knospen mitfeiern!

In Ungeduld

Deine Gartenphilosophin


Zurück

Einen Kommentar schreiben