Eine Knüppelburg bauen

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Mit alten Ästen Sinnvolles bewirken

Eine Knüppelburg als Unterschlupf

Die fertige Knüppelburg

Seit Jahren

liegen hier alte Äste herum. Die habe ich mal im Winter angeschleppt, um den Pferden die Möglichkeit zu geben, die Äste abzunagen und sich gegen die Langeweile mit ihnen zu beschäftigen. Auf diese Weise sind viele alte Äste zusammengekommen, die "man mal" klein machen und verbrennen wollte. Da liegen hier nun Birke und Eiche herum und lagen mehr im Weg.

alte Äste ohne großen Nutzen
alte Äste, die mehr im Weg waren

Im Internet

las ich dann einen Beitrag, der den Bau einer Knüppelburg beschrieb.

Knüppelburgen werden eher von Bibern gebaut, die mit Baumstämmen und Holz diese Burgen bauen, um darin zu wohnen. Das führt ja bekanntlich zu Stauungen im Flussbett und Umleitungen von Wasserverläufen.

Sehr spannend, aber das war nicht das, was ich hier erreichen kann. Eine Knüppelburg, wie ich sie bauen will, kann auch weit weg von Wasser anderen Tieren dienlich sein. Als Unterschlupf oder Zuflucht, wenn ihnen Gefahr droht.

Die Knüppelburg will ich so bauen, das es nicht wie ein Berg aussieht sondern eher wie ein sortierter Holzstapel. So bleibt auch eine gewisse Ästhetik erhalten. Natürlicher Schutz und ein schöner Anblick müssen sich ja nicht ausschliesssen. Eine Kombination ist möglich und nötig!

Meine Knüppelburg braucht nun einen Platz.

der gefundene Platz für meine Knüppelburg
Platz unterm Flieder und Zierjohannisbeere

Der Flieder und die Zierjohannisbeere

bieten eine schöne ruhige Ecke, in der die Knüppelburg das ganze Jahr über bleiben kann und zerfallen darf. Kein Rasenmäher will dahin, die Pferde fressen dort auch nicht. Es ist ein ruhiges Plätzchen für meine Burg.

Also habe ich alle alten Äste herangeschleppt. Einige sind schon so morsch, das sie auf dem Weg brechen. Das ist gut, das erleichtert mir die Arbeit...

Auch der Tannenbaumstamm vom letzten Jahr findet nun endlich seine Bestimmung...

Mit der Säge, der Astschere und meinen Händen und Füßen zerkleinere ich das Holz in relativ regelmässig lange Stücke.

Es ist gut, das es etwas kühler und windig ist, denn ich gerate doch ganz schön ins Schwitzen. Um mich nicht zu erkälten, bleibt die Jacke zu. Das schützt vor der nächsten Erkältung aber auch vor Rückenschmerzen. Beides will ich nicht.

Die erste Lage ist gelegt...

Die erste Lage

ist schnell gelegt und die Fläche so einigermassen festgelegt. Ich säge, und schneide und breche, was das Zeug hält, habe aber dabei das Gefühl, das die alten Äste nicht weniger werden.

Irgendwann schaue ich mir einige der alten Äste genauer an, immerhin stehe ich ja gebeugt über ihnen. Sie sehen schon ganz spannend aus: Tiere haben an ihnen genagt, die Zeit und das Wetter. Die ehemals stabilen Äste sind hell geworden und sehen recht spröde aus.

Einige haben schon Löcher, durch die ich hindurchsehen kann, andere haben tiefe Höhlungen, sind bemoost und haben sicher schon kleinen Insekten Unterschlupf gewährt. Es ärgert mich fast, das ich nicht schon früher aktiv geworden bin. Manches bleibt so achtlos liegen, was doch einen echten Wert hat, wenn wir es nur erkennen.

Ein paar alte Äste und Gras bieten weiteren Schutz

Die Knüppelburg

wächst und wächst, Lage um Lage. Die Arbeit ist anstrengend aber macht Spass, man sieht sofort den Erfolg. Über die Betrachtungen von der Schönheit und Spannung alten Holzes und dem Zahn der Zeit, habe ich kaum hingeschaut, wie der Stapel anwächst. Viele kleine Ästchen werden zwischen die Lagen geschoben und immer wieder überprüfe ich, ob die Burg auch noch stabil genug ist.

Nach einer guten Stunde Arbeit ist die Knüppelburg fertig gestapelt und bereit, für den Einzug von kleinen Tieren, Moosen, Flechten und für alle die, die sie "brauchen" können.

Das Schöne an diesen Arbeiten ist wirklich, das der Erfolg sofort sichtbar ist und während des Stapelns Kreativität und Stabilität nicht zu kurz kommen. Genau meins.

Fertig ist die Knüppelburg

Was kann sie noch die Knüppelburg?

Ein Stapel Holz, der im Garten liegt, bietet vielen Tieren viel Möglichkeiten. Einige können sich verstecken, einige Tiere an dem Holz nagen, um es für ihre Bauten zu verwenden. Bestimmte Pflanzen können sich rund um einen Stapel ansiedeln. Der Haufen an sich zerfällt ebenfalls und beeinflusst seine Umgebung und den Boden. Aus einem ungenutzten Stapel Holz wird so eine kleine Fläche Biotop, das sich aus sich heraus entwickelt und Veränderungen unterworfen ist. Auch im Zerfall bewirkt Holz eine Düngung des Bodens, andere Tiere als vorher kommen, die Pflanzen verändern sich. Es wächst ein.

Ich selber bin schon neugierig, wie sich mein Stapel, meine Burg verändern wird. Diese Stelle meines Gartens ist eine ruhige Stelle und gut zu beobachten.

In dieser einsamen Gartenecke

kann sich nun eigenständig etwas entwickeln und wachsen.

Welcher Art die Veränderung sein wird, ist völlig ungewiss.

Zukunft ist immer ungewiss.

Das sich Veränderungen einstellen werden, das ist gewiss!


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