Frühjahrsschwärmerei

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Blütenpracht jenseits der Apfelblüten

Vaccinum
Wunderschöne Blaubeerblüte

Im Mai lässt sich ja kaum über etwas schreiben als die Schwärmerei über diese und jene Blüte. Meine Wege durch den Garten werden begleitet von der Bewunderung des Frühlings, der sein Band mit einer Geschwindigkeit und Fülle bindet, das es mir fast die Sprache verschlägt.

*alle Links zur Baumschule Horstmann

Knospe und Blüte

Eben noch betrachte ich die Knospen einer Pflanze, und schwupps, im nächsten Moment sind sie schon aufgeblüht und zeigen sich in voller Pracht. In den oberen beiden Bildern der Apfelbeere, Aronia*, könnt Ihr es gut erkennen. Ebenso an den Blaubeerblüten* des Titelbildes. Die wie Porzellan aussehenden Blüten sind an Schönheit kaum zu übertreffen.
Nun kommt es auf das Wetter, Insektenaktivität und somit die Bestäubungsrate an, wie erfolgreich die Blüte ist und wird.
Und was gibt es nicht alles zu bestaunen.

Neben der Obstblüte

bietet die Naturhecke ebensoviel blühende Möglichkeit, um hungrigen Gästen ein reiches Festmahl zu bescheren. Die Apfelbeere blüht, die Heckenkirsche, Lonicera xylosteum*, die Deutzien (gracilis* und magnifica*) und der Holunder* beginnen, oder sind sie mitten drin? Da muss ich gleich noch mal raus gehen und nachschauen. Das ändert sich so schnell, das sie ihre Pracht entfalten. Das alles bei bestem Sonnenwetter und sekundiert durch eine starke Gelb des Löwenzahns. Der steht dieses Jahr in besonderer Schönheit und leichtet und grüßt aus allen Ecken. In Verbindung mit der Küchenschelle* sieht er noch mal so schön aus.
So passen viele schöne Blüten zusammen, wenn man sie denn nur lässt.

Wassertipp

Alle diese Pflanzen kommen in meinem mageren Sandboden gut zurecht. Einige Büsche haben etwas Zeit benötigt, um ihre Wurzeln bis in die Tiefen wachsen zu lassen, in denen es lange Wasser gibt. Haben sie den Wasseranschluss gefunden, dann kommen sie auch mit trockenen Perioden gut zurecht. Das macht das Giessen leichter.
Einer meiner Lieblingstipps: verwöhnt Eure Pflanzen nicht mit zu viel Wasser. Auch die frisch gepflanzten nicht. Eine Pflanze, die stets Wasser bekommt, bleibt mit ihrem Hauptwurzelwerk eher „oben“. Dort gibt es ausreichend Wasser, was soll sie sich mühen? Wird das Wässern aber immer auf das Nötigste beschränkt, dann werden Wurzeln ausgeschickt, eine verlässliche Wasserquelle zu finden. Hat sie diese erreicht, kann sie sich selber lange Zeit versorgen.
Wenn es lange Trockenheiten gibt und der Grundwasserspiegel erheblich sinkt, dann hilft das natürlich auch nicht mehr. Vor zwei/drei Jahren hatten wird das Problem. Da blieb nur wässern übrig. Allerdings auch da eher spärlich für die Heckenpflanzen.

Dieses Jahr haben wir es im Moment trocken, der Boden ist aber noch ganz gut feucht, während es oberflächlich schon knochentrocken ist.
 Beim Krauten macht es sich deutlich bemerkbar und zeigt aber auch, das es in der Tiefe eben noch ausreichend Feuchtigkeit gibt, umnoch nicht mit dem Wässern zu beginnen.

Leider haben die Kahlfröste doch einige Frühlingsblüher verfrieren lassen, so sind meine Akelei* und einige der Glockenblumen* auf die Hälfte des Bestandes geschrumpft. Von meinen Trollblumen* gibt es nur noch eine. Die Storchenschnäbel* sind robust genug, sie haben sich nicht einschüchtern lassen und die Blüte beginnt.

Nicht alle haben es über den Winter geschafft

Jetzt, im Mai schaue ich mir das an und freue mich an den Blüten, die da sind und bedauere die, die es nicht geschafft haben. Das eröffnet allerdings auch neue Möglichkeiten der Neugestaltung. Einige Büsche habe ich noch dazugepflanzt, denn es soll eine neue Hecke im Süden entstehen. Dazu habe ich einen Rhamnus frangula* in den Pappel-Eichen-Streifen im Süden gesetzt und eine Lonicera kamtschatica*. Beide dienen dem Zitronenfalter als Nahrung und seinen Raupen und Puppen als Überwinterungshilfe. Beide brauchen Halbschatten und sauren Boden. Den bietet das ganze Eichenlaub, das da liegen bleibt.
Beide werde ich auch noch weiter vorstellen, im Moment sieht der Rhamnus frangula, der Faulbaum etwas unbelaubt aus und ist als Bild kaum darstellbar.
Dazu  kommt noch eine Goldjohannisbeere*, die noch im Topf auf ihre Auspflanzung wartet. An ihr waren viele Hummeln interessiert. Sie soll die Forsythie ersetzen.

Die Trias des Frühlings

Dann hat der Duft des nachbarlichen Ginsters* mich noch einmal animiert, selber Ginster zu pflanzen. Ginsterduft steht dem Duft des Flieders (Link z. Blogbeitrag) in nichts nach. auch das ist die Besonderheit des Frühlings, diese Trias aus Blüte, Duft und Akustik. Wenn alles so grünt und blüht, dann ist ein Summen und Brummen (im Moment) in der Luft und ein fröhliches Vogelgezwitscher, das es eine Freude ist. Die Stare singen,die Amsel ist unterwegs, Meisen, Spatzen, der Rotschwanz. Andere Vögel wie das Rotkehlchen sind im Moment nicht zu sehen, auch meine beiden Grünspechte habe ich noch nicht wieder gesehen. Die Krähen halten Wache und das alles zusammen ergibt Frühling.

Für das Herz, für die Augen für die Ohren. Später auch für den Geschmack der Früchte auf meinem winterlichen Sonntagmorgenbrötchen.
Also: heute schon am Morgen denken...

 

 


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