Hagebutten-Winternahrung im Garten

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Frucht des Winters nach Blüten im Sommer

Hagebutte von 'Charles Austin'
Hagebutten erfreuen und ernähren

Hagebutten haben für mich einen besonderen Reiz: Sie sind DIE Farbe im Winter.
Zumindest so lange, wie die Vögel sie nicht weggefressen haben.

*Alle gekennzeichneten Links führen zur Baumschule Horstmann
Kartoffelrose
Im Wald gefunden? Nein, sie wächst wild am Rand



 Ein Männlein steht im Walde

Das Kinderlied kennt Ihr bestimmt!

Ein Männlein steht im Walde,
Ganz still und stumm.
Es hat von lauter purpur ein Mäntlein um.
Sag, wer mag das Männlein sein,
Das da steht im Wald allein,
Mit dem dem purpurroten Mäntelein.

Rosa canina
...mind. zu zweit, eben nicht allein im Wald

Mir wollte das immer nicht in den Sinn, das es um die Hagebutte ging. Für mich stand (und steht heute noch) ein Fliegenpilz im Wald, mit dem purpurroten Mäntelein.

Einfach aus dem Grund, das eine Hagebutte selten alleine kommt, und wenn, dann schon nicht im Wald!
 Rosen lieben es sonnig und leicht windig. Das bietet ein Waldallerhöchstens in Lichtungen.
Davon redet das Lied aber nicht.
Rätsel meiner Kindheit…



Rosa glauca
Rot!

Farben der Hagebutten

Hagebutten haben viele Formen und trotz vieler Schattierungen immer die gleiche Farbe: ROT!

Dadurch fallen sie an grauen Tagen so erfrischend und belebend ins Auge. Bei einigen von Euch herrscht bestimmt schon Winter, es ist Weiss, als i-Tüpfelchen scheint die Sonne dazu und Ihr habt gute Laune. Gute Laune entwickelt sich nicht so sehr, wenn keine Sonne scheint, keine Farben zu erkennen sind und irgendwie das eine in das andere übergeht, ohne Konturen. Diese haben Hagebutten auch nicht, dennoch sind sie sehr prägend in meinem Garten. 
Sie sind der späte Gruß der sommerlichen Rosenpracht im Garten, denn: Ohne Blüte gäbe es jetzt auch keine Frucht, sprich, Hagebutte!

Deshalb kann ich Hagebutten doppelt bis dreifach genießen.

Hagebutten im Garten der Gartenphilosophin
Viele Formen und Fruchtstände zeichnen sie aus!

Formen von Hagebutten

Hagebutten kommen in vielen Formen vor, das macht ihren Anblick interessant!
 Es gibt dicke, pralle, manche sind klein und schmal, andere eher oval. Einige Sträucher zeigen gar keine Hagebutten, andere Sträucher nur so graue, am Abfallen begriffene. Einige Sträucher zeigen wenige Hagebutten (aber immer mehr als eine!) an anderen Sträuchern sitzen sie in dichten Büscheln!

Rose 'William Shakespeare'
Die 'William Shakespeare' ist ausgesprochen robust

Meine Rosen im Garten

Als ich im Garten angefangen hatte, Rosensträucher zu setzen, war ich mehr als blauäugig; ich sah eine Rosenpracht vor meinem inneren Auge. Um die mageren Qualitäten meines Bodens wusste ich schon, deshalb habe ich nach robusten Rosen Ausschau gehalten. Duften sollten sie, mit wenig zurecht kommen und schön sollten sie aussehen. Da die Bilder aber zu verführerisch waren, habe ich viel nach England geschielt und einige Rosen erstanden, von denen ich hoffte, sie würden mir mein inneres Bild im Aussen erfüllen. Tja; das ließ sich nicht mit dem echten Bild abgleichen, denn meine Rosen wuchsen überhaupt nicht in der Pracht, einige wollten und wollten sich nicht wohlfühlen.
 Viel Pferdeäpfel an den Füßen haben einigen geholfen. Einige trotz aller Bemühungen nicht, wieder andere brachen förmlich nach einiger Zeit in sich zusammen.



Hagebutten von Wildrosen
Da muss die Kamera hoch gehalten werden...

Wildrosen

Andere eher wilde Rosen jedoch wurden gepflanzt, grüßten und wuchsen über mich hinaus.
Das sind z.B. meine vielen Hundsrosen, Rosa canina*. Diese strotzen nur so vor Wüchsigkeit und sind die sichersten Masse-Lieferanten an Hagebutten im Herbst / Winter. Eine dieser Sträucher wächst in die Zierkirsche hinein, die dadurch ein sehr beliebter Winter-Aufenthaltsort für die Vögel ist.

Auch die schöne dunkle Hecht-Rose, Rosa glauca* wartet mit vielen Hagebutten auf. Meine Sträucher sind noch nicht so lange da, als das sie eine Chance hätte, schon auszuladen, aber auch die jungen Sträucher bieten schon eine große Menge an Frucht.

Hagebutten im Garten der Gartenphilosophin
Hauptnahrungsquelle im Winter

Wofür sind nun Hagebutten wichtig und richtig?


Warum sollten wir sie dem Strauch lassen? Dem Rat, die angehenden Hagebutten abzuschneiden, um dem Rosenstock mehr Kraft zu lassen, dem folge ich nicht immer. Mir dienen Rosen im Sommer in ihrer Pracht meinen Augen und Herzen. Den Insekten und Vögeln als Nahrung, denn Rosen ernähren Insekten durch ihre Pollen und Nektar. Vögel ernähren sie durch die vielen Insekten, die die Blüte besuchen und bestäuben. Warum dann an allem schneiden?


Wildrosen blühen einmal, danach beginnt die Fruchtreife. Diese Rosen lasse ich völlig in Ruhe und schnibbele nur an ihnen herum, wenn sie zu raumgreifend werden und mich ständig festhalten, wenn ich an ihnen vorbeigehen will. 


Hagebutten im Garten der Gartenphilosophin
Einige Hagebutten reifen gar nicht erst

Bei den „Rosen mit Namen“ ist die Ausbeute an Hagebutten sehr unterschiedlich.
 Da diese Rosen häufig noch mal blühen, schneide ich sie nach der ersten Blüte, um eine Nachblüte anzuregen.
Einige Rosen tragen reiche Frucht, andere Rosen eher weniger. Entweder blühen sie zu lange, um noch Hagebutten zum Ausreifen zu bringen, oder sie „putzen sich“, d.h. die Hagebutten fallen von alleine und unausgereift vom Strauch. 
Damals war mir das gar nicht so klar, das meine Rosen im Winter Vögel ernähren werden. Deshalb ist meine Auswahl an Rosen mal geeignet, mal nicht.

Hagebutte für die Winterfütterung
Drosseln lieben Hagebutten

Geeignete Hagebuttenrosen

in meinem Garten, die Nahrung im Winter bieten sind:


Charles Austin
Rosa canina*
Rosa glauca*
New Dawn* (Kletterrose)
Kew Market (Rambler)
William Shakespeare*
Pat Austin*

Rose 'Long John Silver'
wenigstens Unterschlupf bietet die 'Long John Silver'

Insektenfreundliche Rosen

Andere Rosen liefern zwar Hagebutten, da gehen die Vögel aber nicht dran.
Dennoch sind ihre Blüten Insektenfreundlich, wie z.B.

Rosarium Uetersen*
Rose d’Resht*
Crown Princess Magareta*
Edward Elgar
Westerland*

Hagebutten im Garten der Gartenphilosophin
Die nächsten Jahre sollen noch viele mehr dazu kommen!

Rosen ersetzen

Da unser Boden nun einmal sandig ist und eher keine lehmigen Anteile enthält, muss ich mich nun nach und nach umsehen, wie ich die Ausfälle unter meinen Rosen mit noch robusteren anspruchsloseren Sorten kompensiere. Auf Dauer werden Rosen in meinen Garten einziehen, die allen Ansprüchen genügen werden. Es gibt sie! Die Welt der Rosen ist groß, sehr groß!

Hagebutte von 'Charles Austin', aufgeplatzt
Aufgeplatzte Rose als willkommener Schmaus

Die schöne Charles Austin ist so ein Beispiel, sie blüht mehrmals und bringt große runde Hagebutten. Diese machen es Vögeln nicht ganz leicht, sie zu fressen, denn sie sind als Frucht zu groß. Charles Austin ist aber so freundlich, aufzuplatzen und das Innere freizulegen. DAS ist dann das Fest für Drosseln, die sich die Hagebutten aufgeplatzt gerne zu Leibe führen.

Um meine Rosenbestände aufzufüllen, nutze ich den Winter, um in Katalogen zu stöbern.
Eigentlich muss man dazu den Sommer nutzen, denn jetzt ist noch Pflanzzeit für Rosen. Im Sommer habe ich da aber keine Zeit zu, die nehme ich mir jetzt im Winter.
Das Frühjahr ist auch noch eine geeignete Zeit, wurzelnackte Rosen zu pflanzen, es ist also noch nicht zu spät!

Rosenpracht und Hagebuttennahrung sind vereinbar im Garten!

 

 

* Wenn Ihr Rosen sucht, dann schaut gerne über diesen Link in der Baumschule Horstmann nach. Dort werdet Ihr passende Rosen für Euren Garten finden, die auch Insekten und Vögeln Nahrung bieten! Die Links im obigen Text führen genau zu den genannten Rosen

 

 

 


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