Hecken im Garten

von Gartenphilosophin (Kommentare: 1)

Die Hecke als Lebensraum für ALLE

In der Sonne ein schöner Anblick

Hecken gibt es so in der Natur nicht. Es gibt Büsche, es gibt dorniges, es gibt Baumaufwuchs und es gibt Ansammlungenvon all diesen Pflanzen auf engem Raum. Manchmal stehen solche Ansammlungen an Flussrändern und ergeben den Anblick einer Hecke. Das ist aber keine. Hecken sind menschengemachte Anpflanzungen, die eine Aufgabe zu erfüllen hatten. Der Mensch brauchte einen Schutz für sein Vieh. Er brauchte Schutz, das es nicht ausbrach und er brauchte Schutz, das kein Fressfeind einbrach. Da ergab eine schöne dornige Hecke Sinn. Dicht, dornig, hoch, ideal zum Schutz des Viehs. Eine Hecke bedeutet ab einer bestimmten Höhe auch Windschutz. Sie wurden angepflanzt, um Äcker vor Erosionen durch Wind zu schützen. Pflanzen in Gärten und deren Ertragsflächen konnten so besser gedeihen.

Nach der Anpflanzung muss (an)gegossen werden
* Links führen zur Baumschule Horstmann

Es gibt sehr viele verschiedene Formen von Hecken, sie alle ergeben einen bestimmten Sinn.

Die formale Hecke

wird in Form und Höhe durch den Menschen erhalten. Sie bedarf einer besonders intensiven Pflege, da sie durch Schnitt in Form gehalten werden muss. Die barocken Knotengärten sind die Extremform, indem Buchs in komplizierten Mustern ein Bild, gezeichnet auf den Boden, ergibt. Labyrinthe wurden durch mehr als mannshohe formale Hecken gepflanzt. Gartenräume durch sie getrennt.

Die Naturhecke

ist eine Anpflanzung verschiedener Büsche, die in einer oder mehreren Reihen versetzt versetzt zueinander gepflanzt wird. Sie wird nicht geschnitten, sondern durch ein entnehmen überalteter Triebe in ihrem Wuchs erhalten aber nicht in Form gehalten. Sie dient Insekten und Vögeln zur Nahrung und Schutz. Ihre Beeren können uns ebenfalls als Zutat für leckere Marmeladen, Chutneys und Würze dienen. Naturhecken werden in ihrem Nutzen völlig unterbewertet!

Windschutzhecken

sind übermannshohe Hecken, die als einzige Aufgabe den Wind abzuhalten gepflanzt werden. In vielen rauhe Gegenden dienen sie als Schutz von Haus und Hof

Wurzelnackt sind sie preisgünstig und gut zu pflanzen

Als Heckenpflanzen stehen uns eine Menge Bäume und Büsche zur Verfügung. Bevor gepflanzt wird, muss dem /der GärtnerIn klar, sein, welchen Heckentyp sie bevorzugt. Das Problem heute sind, die schnell wachsenden Hecken aus Kirschlorbeer und Thuja, die schnell grün und blickdicht sind, dananch aber keinen weiteren Nutzen mehr für die Tierwelt haben. Bis auf brütende Amseln hat da kein weiteres Tier einen Nutzen. Sie sind noch nicht mal leicht in der Pflege, denn eine Thuja vergreist sehr schnell und treibt nach zu starkem Rückschnitt kaum noch aus und bei dem Allgegenwärtigen Kirschlorbeer müssen auch eher ganze Äste entnommen werden, weil es kaum einen übleren Anblick gibt als die großen irgendwo skalpierten Blätter.

Wenn also klar ist, das diese beiden als Hecke nicht gepflanzt werden sollen, dann ist ein großer Schritt in die richtige Richtung von Artenschutz und Vielfalt getan.

Eine Pflanzkuhle tief genug ausheben, vergesst die Quecke

Welche Pflanzen eignen sich?

In der formalen Hecke steht steht häufig die Hainbuche ganz oben auf der Liste. Die Rotbuche*, Fagus sylvatica, lässt sich gut in Form halten sie behält ihr Laub über den Winter. Im Frühjahr verliert sie auch das letzte trockene Blatt, welches dann unter der Hecke als Dünger und Verrottungsmaterial liegen bleiben kann. Mein Heckenschnitt im Sommer bleibt ebenfalls als Dünger unter ihr liegen. Spart Zeit und schafft mir Freiraum zu faulenzen äh, nein, philosophieren. Au Mann... beinahe hätte ich mich verplappert.
Liguster vulgare* , der gewöhnliche Liguster, ist meine Lieblings-Form-Hecken-Pflanze, obwohl ich nur einen kurzen Heckenstreifen mit ihr habe. So wenig auffällig wie die Buche blüht so sehr liebe ich die Ligusterblüte. Sie zieht eine Unmenge an Insekten, allen voran die Bienen an. Deshalb findet mein erster Schnitt im Jahr immer erst nach der Blüte statt. Der Liguster vulgare blüht mit einem ganz wunderbaren Duft im Mai. Er ist es wirklich wert, gepflanzt zu werden und zur Blüte zu kommen. Natürlich müsste man auch seine Beeren erhalten, damit die Vögel Winternahrung finden. Da habe ich aber den Kompromiss, den Vögeln alle meine Hagebutten der Wildrosen zu lassen und die Äpfelchen des Zierapfels.

Eine setzt ein einer schaufelt zu, so ergibt sich Symmetrie

In der Mitte des Gartens zieht sich einmal von vorne bis hinten ein Heckenstreifen durch. Eigentlich ist es eine lose Sammlung von Büschen in Reihe gepflanzt.

Heute würde ich andere Büsche wählen, am Anfang meines Gartens habe ich eher auf den Blühaspekt geachtet, weniger auf die Nahrhaftigkeit für Insekten und Vögel. Diese Reihe ist allerdings so lückenhaft, das ich mir überlege, noch einige "sinnvolle" Büsche dazwischen zu pflanzen.Würde ich ersetzen wollen, dann käme die Forsythie raus. Einen Busch habe ich aus Platzgründen ausgerodet. Die Forsythie ist so ziemlich der beliebteste Busch für die Menschen, für die Tierwelt ist er von keinerlei Nutzen, Kein Insekt findet Nahrung, kein Vogel nistet in ihr (korrigiert mich gerne), sie fruchtet nicht, sie ist einfach nur schön gelb und steht in unserer Aufmerksamkeit für den Frühling schlechthin. Damit hat sie leider die Kornellkirsche*, Cornus mas, verdrängt, die ein sehr wertvoller Frühblüher im Garten ist. Hummeln kräftigen sich früh im Jahr an ihr und die Früchte im Herbst ergeben eine herrliche Marmelade. Wer also gelb liebt, der pflanze lieber eine Kornellkirsche. Sie blüht nicht so überbordened gelb, ist aber ein herrlicher Anblick. Leider kann ich Euch kein Photo aus meinem Garten zeigen. Zum Trost: Es geht bald los, dann gibt es Bilder!

Buchenaustrieb aus der Nähe macht glücklich

In der Reihe stehen zwei Haselnüsse, eine Purpurhasel*, Corylus maxima 'Purpurea' und eine Haselnuss*, Corylus avellana 'Webbs Preisnuss'; ebenfalls sehr wertvoll und schön im Anblick!
Die Nüsse blühen jetzt und bieten sich an, auch wenn es derzeit zu kalt für den Hummelflug ist. Sie braucht im Prinzip auch keine Insekten, denn sie bestäubt sich selber durch den Wind. Dennoch würde sie den ersten Insekten als Kraftquelle zur Verfügung stehen.

In der Reihe steht eine Weigelie*, Weigelia 'Bristol Ruby' die ebenfalls angeflogen wird, ein Flieder und Deutzien. An denen habe ich noch keine Insekten gesehen, im Gegensatz zu den Weigelien. Auch die Jasmine werden nicht besucht, sind aber ein schöner Anblick. In dem Streifen zum Nachbarn hin habe ich da einen Ausgleich geschaffen, indem ich die Rosa glauca gepflanzt habe und viele Aronia, Apfelbeeren. Dort stehen auch Amelanchier und wilder Ginster.

Es ist also eine Mischung aus Naturgehölzen mit und ohne Nutzen. An vielen Stellen stehen wilde Rosen*, z.B. die Rosa elliptica. So schlage ich einige Kapriolen, um den Tieren etwas Gutes zu tun und gleichzeitig viele weitere Blüten im Garten zu haben. Heute würde ich eine Hecke anders anpflanzen, mehr auf den Nutzen ausgerichtet. So besteht die Hecke aus "fleckigem Nutzen". Mal ja, mal nein.

Formal muss nicht gerade sein

Nährgehölze wären zum Beispiel Kornellkischen, Zieräpfel, Wildobst, Schlehen, Wildrosen, etc. Scheut Euch nicht, fernab von Kirschlorbeer und Thuja eigene Akzente zu setzen. Der Aufwand ist nicht höher als bei der Aufwand der Pflege der vorgenannten Sträucher. Schaut Euch um, wenn Ihr neue Hecken und Büsche setzen wollt, meine Aufzählung ist alles andere als vollzählig.

Übrigens, Jetzt im Februar, März ist Pflanzzeit! Nutzt die Gunst des Frühjahres und setzt Büsche, Bäume und naturfreundliche Büsche aus der GÄRTNEREI EURES VERTRAUENS in Eure Gärten! Gärtnerein können Euch gut beraten und die passenden Pflanzen nach Euren Wünschen liefern! Einer von vielen guten Gründen!

Es gibt ein breites Angebot an naturhaften Hecken, in denen es summen, brummen und singen kann!

 

 

Im Herbst ist die beste Pflanzzeit für wurzelnackte Büsche!
Gute Pflanzen findet Ihr über den Link unten


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Jana

Von: Jana

Am:

Um: 19:44

Moin,

nur ein kurzer Einwurf: In den großen Forsythien meiner Eltern brüten Amseln und andere Vögel (wenn mir jetzt nur die Namen einfallen würden...).

Schönen Abend aus dem Norden!

Antwort von Gartenphilosophin

Guten Morgen,

Amseln brüten in vielen Sträuchern, das stimmt. Hier bei uns nicht, dazu ist der Strauch auch nicht dicht genug, um einem Nest Halt zu geben. In winterlichen Forsythien anderer Gärten kann ich auch keine Nester entdecken.
Einen echten Wert, ausser für das Auge hat die Forsythie nicht. Ausser in ihrer Urform: der Forsythie suspensa. Spannende Fragen, rund um die Forsythie...

LG
Ulrike, die Gartenphilosophin