Meine Gartenphilosophie

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Mein Garten versteht mich, wenn ich mit ihm rede.

über eine schöne Form der Kommunikation

Was ist ein Sommer ohne Mohn?
Papaver orientalis lädt immer zum Anschauen ein!

Wir leben in kommunikativer Partnerschaft.

Mein Garten lehrt mich die Höhen und Tiefen meines Gärtnerinnendaseins, ohne den Kopf in den Karnickelsand zu stecken oder zu Höhenflügen abzuheben.
Dafür gebe ich ihm ein Gesicht, das er mitgestaltet, indem er die eine Pflanze wachsen lässt, die andere Pflanze eben auch nicht. Mein Garten hat ein Mitspracherecht.

Ich bin eine Gärtnerin, die mit ruhiger Hand, wachsen lässt, was wachsen möchte und nur bei Quecke, Giersch und Sauerampfer zu Hochform aufläuft. Viele Pflanzen haben sich von selber angesiedelt, viele Pflanzen haben sich auf den Weg gemacht und wandern durch den Garten.

Das ist das, was mich besonders freut, denn eine Vielfalt, die sich selber schafft macht den Garten bunt und auch sich selber heraus kreativ.

Das ist das, was auch mein Leben bereichert; ich versuche, aus mir selber heraus kreativ zu sein. Nicht das nachmachen, was ich woanders sehe und denke, nur so ist es richtig. Nein, ich versuche, das, was in mir ist, nach Aussen zu bringen. Da gibt es dann auch den kreativen Ausreißer in mir, der bestimmte Dinge zu einem anderen Ende führt als ich gedacht hatte. Mich aber an diesem kreativen Ende zu erfreuen oder es doch noch mal zu ändern, das obliegt meiner Verantwortung für mein Leben. So schaffe ich, so gut es eben geht, MEIN Leben nach meiner Fasson zu leben, und meinen Garten nach meiner Fasson zu gestalten. Natürlich lasse ich mich inspirieren, durch das Betrachten anderer Gärten und durch viele Gespräche und Bücher. In mir wandele ich das Gesehene, Gehörte und Gelesene dann in meinen Ausdruck um.

So habe ich schon viele Abenteuer und Herausforderungen in meinem Leben auf meine Art bestanden und gelöst.

So wie sich mein Leben ändert, ändert sich auch der Garten, die Kinder werden groß und Spielsachen verschwinden. Aus dem Loch wo Spielsand war, wurde der Kompostplatz. Im Schuppen ist das Bobby Car großen Fahrrädern gewichen, die Themen ändern sich und entwickeln eine Eigendynamik, denn die Kinder sind groß und beginnen mehr und mehr, ihr eigenes Leben in die Hand zu nehmen. Das ist schön und auch der Garten hat sich im Laufe dieser Perioden gewandelt.

Eben ein Garten im Wandel des Lebens.

Mein Garten beschäftigt meinen Kopf -

Alles, was mich in meinem Garten beschäftigt, beschäftigt auch meinen Kopf. Das hält mich flexibel in meinen Gedanken, denn es muss vieles immer wieder neu gedacht werden, von welcher Idee muss ich mich verabschieden, welche neue Idee entsteht? Was kann ich ändern, damit das Resultat noch mehr dem entspricht, was ich möchte? Der Garten lehrt mich Vieles und ich lerne viel. Meine Gedanken schweifen oder fokussieren sich auf einen Aspekt oder ein Motiv.

Der Buchenbogen an der Westseite
Blick durch das Buchentor

Mein Garten ist groß

Ich liebe Platz, ich liebe weniger die Arbeit, die es macht diesen Platz auch zu erhalten. Deshalb hat er auch einen gewissen Wildcharakter. Rasen steht manchmal höher als gedacht. Bevor ich ihn abmähe, weiden ihn die Pferde ab. Der Garten dankt mir schlampiges Mähen, indem er mehr und mehr Blumen und kleinen Stauden die Ansiedlung ermöglicht. Auf der Obstbaumwiese hat sich die Scharfgarbe breitgemacht, Habichtkraut nährt die Bienen und Schwebfliegen, eine wilde Malve hat dieses Jahr auch einen Platz unter dem Apfelbaum ergattert, Schmetterlinge freuen sich daüber.

Der Rasen wird in bestimmten Gartenteilen regelmässig gemäht, in anderen Teilen wenig bis kaum.

So geht es ja auch im Leben. Bestimmte Dinge in uns pflegen wir, anderes Anteile vernachlässigen wir. Dennoch entsteht daraus Immer das EINE BILD, das das ICH! ausmacht.

Wir können dem gar nicht entfliehen. Wir können aber unseren Garten anschauen und uns fragen, ob wir so sein wollen oder ob wir noch etwas verändern sollten, um ihn zu unserem Ausdruck werden zu lassen.

Gärtnern so, wie die Nachbarschaft gärtnert, macht einen Garten leblos. Einen Garten schaffen, der mir entspricht, kann ein sehr wohl aufgeräumter Garten sein, wenn es denn in mir auch so ist.

Meiner Meinung nach ist es spürbar, ob ein Garten authentisch ist.

Nachtkerze im Hühnergarten
Die Nachtkerze breitet sich in meinem Garten aus

Ich liebe leichte Böden,

weniger liebe ich die Sorgen, die man sich um bestimmte Pflanzen in diesen leichten Böden macht. Sie sind leicht zu bearbeiten, aber schwer, zu pflegen.

Unser Boden hält weder Wasser noch kann man ihn vernünftig mit Dünger versorgen, denn der verschwindet mit dem Wasser irgendwohin. Das macht den Rosen das Leben schwer, die Quecke hingegen freut es. Da ist es sehr frustrierend, in den Beeten die Quecke zu entfernen und den Rosen zuzusehen, wie sie doch immer wieder neu Bedarf anmelden.

Mittlerweile habe ich gelernt, das ich die Pferdeäpfel gleich in die Rosen schmeisse, die die Pferde so auf den Wegen zum Stall hinterlassen. Auf diese Art und Weise haben sich schon viele Rosen prächtig entwickelt. Sie haben Zeit bekommen und Äpfel und beginnen dann, zu gedeihen.

Das Bodenleben erholt sich und baut sich ganz anders auf, wenn kein Kunstdünger in den Garten kommt. Das ist DAS Credo bei mir, auf Kunstdünger wird konsequent verzichtet!

Pragmatisches Gärtnern gehört auch zu mir.

Ansonsten habe ich mir Phlox und seine Freunde schon recht abgeschminkt, sie sind zu anspruchsvoll für meinen Boden und somit für mich.

Warum soll ich anspruchsvolle Freunde mit allem versorgen und sie machen sich doch beim kleinsten Fehler vom Acker?
Da nehme ich lieber die Naturburschen, die mich robust und freundlich grüßen, wenn ich aus dem Haus komme.

Freunde sind wertvoll aber nicht jeder Freund muss mein Freund bleiben, wir können uns freundlich trennen und alles bleibt gut. Ich freu mich, wenn ich ihn irgendwo sehe und sehe, das es ihm dort gut geht!

Ich liebe Tiere und Pflanzen. Klar.

Ich liebe weniger die Tiere, die sich klammheimlich unterirdisch bedienen.

Die bekommen aber ein eigenes Thema.

Ich lese etwas über bedrohte Pflanzen oder Tiere und mache mir Gedanken, wie ich in meinem Garten helfen kann. Kann ich helfen, setze ich es um. Einiges ist noch in Planung, anderes schon ausgeführt. Sich mit offenen Augen mit der Umwelt zu beschäftigen eröffnet neue Ideen, wie mein Garten weiter wachsen und gedeihen kann UND vielen Tieren ein guter Ort werden kann.

Naturschutz beginnt immer im eigenen Garten! Viele Gärten, die sich zusammentun, bilden ein Gartenband, in dem Tiere sich ansiedeln können und gute Gelegenheiten zum Leben und Fortpflanzen finden. So dienen Gärten im Verbund dem Arterhalt und der Förderung der Biodiversität.

Ein Bad in Ehren-auch die Vögel dürfen hier sein und leben
Ein Bad in Ehren will ihm niemand verwehren

Ich liebe Tiere und Pflanzen meines Gartens. Klar.

Ich liebe nicht die Tiere, die sich klammheimlich unterirdisch bedienen.

Die bekommen aber ein eigenes Thema.

Ich lese etwas über bedrohte Pflanzen oder Tiere und mache mir Gedanken, wie ich in meinem Garten helfen kann. Kann ich helfen, setze ich es um. Einiges ist noch in Planung, anderes schon ausgeführt. Mit offenen Augen sich mit der Umwelt beschäftigen eröffnet neue Ideen, wie mein Garten weiter wachsen und gedeihen kann UND auch für viele Tiere ein guter Ort werden kann.

Naturschutz beginnt immer im eigenen Garten! Viele Gärten, die sich zusammentun, bilden ein Gartenband, in dem Tiere sich ansiedeln können und gute Gelegenheiten zum Leben und Fortpflanzen finden. So dienen Gärten im Verbund dem Arterhalt und der Förderung der Biodiversität.

Gesunde Gärten sind vielleicht nicht die aufgeräumtesten Gärten, aber sie strahlen ihren eigenen Charme aus und sind voller Leben

In meinem Garten leben auch viele Haustiere, die Katz, der Hund, unsere Pferde und Hühner. Auch ihnen habe ich hier in meinem Garten Platz eingeräumt, der ihnen ein weitestgehend angenehmes leben ermöglicht. Meine Philosophie beinhaltet das für meine Tiere ebenso: Platz und ein gutes Leben!

Mein Garten ist gastfreundlich und für Mensch und Tier ein guter Ort, in ihm zu sein. Das ist mir wichtig!


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