Raureif - Die besondere Gartendeko

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Über den Raureif eines sonnigen Wintertages

Raureif zeichnet die Schwanzfedern fein nach

Der Herbst war kalt und grau und fast sonnenfrei. Ein Elend, meine Freunde und auch ich, wir alle krochen nur noch so vor uns hin und lechzten nach einem bisschen Trockenheit und Sonne.

Dann wurde es an diesem Wochenende kalt. Nun konnte die Feuchtigkeit zeigen, das sie auch über schöne Aspekte verfügt, WENN sie gefriert. Nicht zu flächigem Eis, sondern zu kleinen Kristallen. Raureif.

Raureif entsteht in klaren kalten Nächten,

die eine Temperatur unterhalb des Gefrierpunktes haben. Die Luft kann den in ihr enthaltene Wasserdampf nicht mehr „halten“, er fällt in Form von kleinsten Eiskristallen aus. Diese kleinsten Eiskristalle setzen sich an festen Materialien fest. Wäre es warm, dann würde überschüssige Feuchtigkeit als Tau oder Nebel ausfallen. Es braucht entsprechende Kälte damit Luftfeuchtigkeit zu kleinen Eiskristallen kondensieren kann. An festen Materialien, wie z.B. Pflanzen, Steine, Metall, Holz entstehen feine Ziselierungen der Ränder und Formen. Im Garten.
Leider passiert auch an unseren Autos. Vorteil ist, es wärmt den Fahrer noch vor Antritt der Fahrt auf.

Eiskratzen für den Autofahrer ist angesagt! Geniessen für die Gartenwanderer unter uns!

Spannend finde ich, das es etwas „Wind“, eher eine bestimmte leichte Luftbewegung braucht, damit sich die Kristalle an festen Materialien festhaften können. Das richtig Spannende ist aber, das die Kristalle in die Richtung wachsen, aus der der Windhauch weht. Sie wachsen ihm also entgegen, wenn man den Umstand ausser Acht lässt, das er die Kristalle eigentlich gegen das Material haucht.
Es hört sich einfach romantischer an, das die Kristalle dem Wind entgegen wachsen als das er sie an den Ast klatscht…

Am Morgen dann, wenn die Sonne aufgeht, entstehen dem Betrachter keine Wünsche mehr. Plötzlich ist die Kälte in Verbindung mit Raureif und Sonne eine Pracht. Die Sonne leuchtet die Form und die Konturen aus, lässt die Farben noch viel mehr zur Geltung gelangen und löst mit diesem Farben- und Formenspiel zumindest in mir eine tiefe Freude aus. Staunend philosophiere und wandere ich durch den Garten, kann mich kaum sattsehen und bin mit mir und dem Wetter ganz plötzlich völlig im Reinen. Sogar die Himbeeren, die nicht mehr ausreifen konnten und unbeachtet vor sich hin hängen, bekommen eine Faszination. Löwenzahnblätter erhalten eine ganz neue Schönheit.

Raureif an Astersamenstand

Die kleinen Dinge, die ich sonst schnell übersehe, werden zu spannenden Hinguckern, mit Nicht-Sattseh-Effekt! Wenn die Gartenphilosophin, die Sonne am Boden geniesst, dann ist Raureif!

Fasziniert von Blättern, Knospen, Verblühtem.

Ihre Farben und Formen kann ich auch ohne Raureif geniessen. Dennoch erscheinen sie bedeutungsloser, wenn z.B. irgendwo ein Blatt herumliegt. Wird dieses Blatt von Raureif umwoben, dann erscheint es viel faszinierender, denn jedes Detail tritt deutlicher zu Tage. Noch leichter wird es mir dann, diese Details mit Hilfe der strahlenden Sonne zu betrachten;

Flechte und Moose sind für sich genommen schon prächtig, mit Sonne Raureif und den Konturen die entstehen....

Ich wiederhole mich, aber

diese Dreier-Kombi erhöht deutlich das Vergnügen!

Diese kleinen Eiskristalle sorgen immer noch mal für eine besondere Stimmung, manchmal an kalten Wintertagen liegen und flirren sie einfach so durch die Luft. Auch schön. Jetzt im Moment leiten sie den Winter so richtig in Form von Raureif ein. So kurz vor Weihnachten ist die Stimmung dazu natürlich noch passender. Dennoch erhöht sich damit eine gewisse Freude auf sonnige Wintertage, gerne auch mit Schnee! Mal schauen, was wir noch in diesem Winter zu erwarten haben. Schnee und Kälte, kein Problem! In Verbindung mit Sonne schon gar nicht.

Der nächste Effekte ist, das die Sonne mit dem Fortschreiten des Tages beginnt, die Eiskristalle zu schmelzen. Es entsteht dann ein Nebeneinander von Eis, Wasser, Rauheit und Glanz, Farbe und Kontur. Wo eben noch Schatten und Raureif war, ist jetzt Sonne und glänzendes Nass, unter Umständen auch ganz dicht nebeneinander. An Steinen kann man das schön betrachten und an den noch grünen Sträuchern, wie dem Johanniskraut, ebenfalls.

Lange Rede, kurzer Sinn! Falls es grau und nass bleibt, kann man sich diese Bilder im Gehirn und Herzen speichern und hervorholen, sobald man sie braucht!

Vor allem die Erdbeeren

zeigen sich in besonders schönen Farben und Konturen....

Wenn die Sonne durch das Eichenblatt scheint...

Lange Rede, kurzer Sinn! Falls es grau und nass bleibt, könnt Ihr Euch schon mal diese Bilder im Gehirn und Herzen speichern und sie hervorholen, wenn Ihr es braucht!

Geniesst, was der beginnende Winter für Euch bereit hält.


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