Stunden mit Gartenvögeln

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Vogelige Musiker im Garten

Spatzen im Garten
An Spatzen hat es hier keinen Mangel

Mein Garten… Zur Zeit echt lärmig….
Alles voller Vögel!
Überall Vögel.
Viele Vögel.
Ungefütterte Vögel.
Ungefüttert?

Stare im Garten
Die Stare sind nun auch da und belagern die kurze Grasnabe der Pferdeweide

Nein, stimmt nicht, keine Sorge. Meine Vögel werden alle gefüttert. Allerdings nicht mit einer Menge an Sonnenblumenkernen, die von wo auch immer importiert werden müssen. Nein, sie finden ihr Futter in meinem Garten.


Drossel im Garten
Viele Vögel suchen den Boden auf und mögen es dort dicht

Vogelfütterung

Wie das?
Es ist recht einfach; ich bin ja faul.
Deshalb räume ich meinen Garten nie so richtig auf. Über den Winter bleiben deshalb viele Stauden und andere Stengel stehen. Die werden erst jetzt ab Ende März beseitigt, dann aber zur Seite gelegt, damit etwaige Bewohner und Überwinterer noch Zeit haben, ihre Behausung zu verlassen.
Das macht meinen Garten zu einem Paradies für hungrige Vögel.

Stieglitz im Garten
Der Stieglitz besucht den Garten immer mal wieder

Oben in den Stauden und Stängeln stecken häufig genug noch viele Sämereien, die für viele Vögel interessant sind. Sie kommen über den Winter und plündern alles, was sie finden können. Auf diese Weise brauche ich mir keine Gedanken vor einem zu starken Ausbreitungsdrang bestimmter Pflanzen zu machen, sie werden nämlich früh genug weggepickt.

Rotkehlchen im Garten
Das Rotkehlchen ist scheu und schnell

Unten am Boden der Stauden verstecken sich Insekten, um den Winter zu verbringen. Auch hier schauen Vögel nach und können sich versorgen. Im Winter sind das nicht so viele, denn die meisten Vögel, die strikt auf Insekten angewiesen sind, fliegen gen Süden, um dort zu überwintern. Stare, Schwalben, Mauersegler, etc.

Nistmaterial im Garten
Ein freundlicher Garten stellt auch Nistmaterial zur Verfügung

Durch das ganze „Stehen-gelassene“ finden Vögel im Frühling viel Nistmaterial. Das freut vor allem die Spatzen, die seit Jahren unter unseren Dachpfannen nisten und sich prächtig vermehren. Was die da schon alles an Nistmaterial eingebracht haben möchte ich nicht wissen.

Gartenrotschwanz
Der kleine flinke Gartenrotschwanz lässt sich (noch) nicht näher heranholen


Der Gartenrotschwanz, der als einer der ersten Mitbewohner damals unseren Gartenanfang begleitete, findet ebenfalls immer irgendwo eine kleine Stelle, an der er brüten kann. Amseln bauen ihre Nester in die Buchenhecken und für den Zaunkönig und das Rotkehlchen ist in Benjeshecken immer ein guter ruhiger Ort des Brutgeschäftes.


Rabenkrähe im Garten
Hier räumt die Rabenkrähe mal Sand auf...

Die Krähen sichern von oben meinen Garten gegen Greife, sie sind ebenfalls wichtige Gartenbewohner. Gut, ab und zu klauen sie auch Eier aus dem Hühnerstall, das sehe ich aber nicht so eng, denn bisher konnte ich sie dreimal beobachten, wie sie angreifende Greife von den Hühnern vertrieben haben.
 Die Spatzen werden von einem Sperber, der ab und zu einmal in die Wildrosenhecke einbricht im Zaum gehalten, er sitzt gerne auf den hervorstehenden Balken am Haus und startet von dort.

Grünspecht im Garten
Auch der Grünspecht war nur durch das Fenster zu photographieren

Unterschiedliche Ansprüche der Vögel!



Da wir über einen gut trockenen Boden verfügen, haben wir eine große Anzahl an Ameisen, die im Boden leben. Darüber freut sich der Grünspecht, der häufig in meinem Garten zu Gast ist.
 Gartenvögel haben unterschiedliche Ansprüche an den Lebensraum Garten. Allein deshalb ist eine vielfältige Bepflanzung sehr wichtig! 
Die einen Vögel lieben es im Gebüsch, andere freuen sich über Freiflächen. Einige Vögel lieben den Überblick, andere eher die lauschige Sicherheit des dicht bewachsenen Bodens.
 Sie alle finden in meinem Garten ihr Auskommen, was sie mir mit viel Gesang und flatternder Lebendigkeit danken.


Goldammer im Garten
Die Goldammer ist bei uns selten zu beobachten

Gartenmusikanten oder Bio-Terroristen?

Der Gesang ist manches Mal so laut, das wir hier auch gerne von Bio-Terror sprechen.
 Morgens geht es in der Früh los und hört über den Tag nicht auf. Viele unterschiedliche Klänge und Melodien, sind zu unterscheiden, wenn auch nicht sicher zuzuordnen.
Den eigentliche Bio-Terror üben sie jedoch ohne Ton aus:

Warum?

Nun, ich sitze während der Arbeit immer mit Blick zum Fenster der Terrassentür. Natürlich schaue ich gerne in den Garten, um Gedanken zu bündeln oder mich ablenken zu lassen, oder weil ich eine Bewegung aus den Augenwinkeln wahrgenommen habe.
 Die sind der Ausdruck dessen, wie mich die Piepmätze wirklich ärgern können.


Zaunkönig
Ein glückliches Treffen des Zaunkönigs durch das Fenster

Was ist da nicht alles direkt vor der Terrasse tätig und fleissig auf Nahrungssuche!
 Rotkehlchen, Zaunkönige, Amseln, Meisen, Spatzen. Gut, die letzten drei bekommt man schon einmal im Garten vor die Linse, den Zaunkönig aber nie und das Rotkehlchen auch nur einmal durch Zufall!
 Also darf ich sie mit brennendem Blick durch das Fenster - wenn ich Glück habe- beobachten und mit allergrößtem Glück auch photographieren! 
Das ist echter Bio-Terror kann ich Euch sagen.Es gibt ein paar Bilder, die ich nur durch das Fenster machen konnte, um sie überhaupt zeigen zu können. Seht es mir nach…

Buntspecht im Garten
Der Buntspecht macht konzentriert sein Ding

Viel Futter, viele Vögel, eigentlich einfach...

Was bedeuten nun diese vielen verschiedenen Vögel? Es bedeutet, das sie in meinem Garten und natürlich auch in seiner Umgebung ausreichend Platz und Nahrung vorhanden ist. Das ist beruhigend, denn Vögel haben unterschiedliche Nahrungsansprüche zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr. 
Im Frühjahr während der Zeit des Nestbaus nehmen sie noch mit Sämereien vorlieb, doch dann zu Brut und Aufzucht, müssen Insekten her. Eiweiss ist die Devise, das bieten nun einmal nur Insekten.
 Küken und Jungvögel benötigen für ihr schnelles Wachstum Proteine! Nachdem die Brut hochgezogen ist darf es auch wieder Kohlehydrat sein, dann kommen wieder Sämereien zu Ehren.

Kohlmeisen im Garten
Kohlmeisen sind ebenfalls zahlreich zu beobachten

Fruchtragende Hecken für den Winter

Amseln z.B. lieben dann auch die Früchte des Gartens. Der Zierapfel bietet ihnen lange eine gute Nahrungsquelle, denn seine Massen an Äpfelchen lasse ich immer am Baum. Amseln lieben das Plündern, ich liebe es, sie dabei zu beobachten.
Wenn Ihr Vögel im Garten haben wollt, dann pflanzt Hecken! Hecken, die ihnen einen Rückzugsort bieten aber auch Insekten einen Lebensraum bieten, in dem diese sich vermehren können. Deshalb ist eine möglichst naturnahe Hecke das Ziel und nicht die reihige Monokultur und Diktatur des Kirschlorbeer. Vielleicht bietet er ab einer gewissen Dichte Spatzen einen Ort, Insekten jedoch nicht.

Kleiber im Garten
Der Kleiber freut sich über freie Stämme, nicht über dichte Sträucher

Was ist ein Garten ohne dieses Angebot? Ein Ort, zum Luftschnappen, mehr aber auch nicht. Ein Garten, der laut sein darf, weil viele in ihm leben, benötigt eine naturnahe Bepflanzung, die wild und strukturreich ist.
 Dann hat jeder die Möglichkeit, Stunden im Garten zu verbringen, mit einem Bestimmungsbuch in der Hand, um die unterschiedlichen Vögel zu identifizieren…


Stunden mit Gartenvögeln macht das GärtnerInnendasein nie langweilig!


Der mögliche Klang des Gartens wird von Euch gepflanzt, die passenden Musiker kommen dann dazu!

 

Schaut gerne hier im Link vorbei, dort gibt es ein reiches Angebot an bestellbaren Pflanzen, die Euch helfen, Euren Garten zu einem lebenswerten Ort für Tiere zu machen!

 


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