Von einer, die säte, Tomaten zu ernten

von Gartenphilosophin (Kommentare: 1)

Es war einmal…

Samenfeste Tomatensorten im Hochbeet

… in einem kleinen Dorf, irgendwo in der Heide an einem Walde, da sass eine Philosophin und philosophierte so für sich.
Es war Winter und sie sass da in ihrer Stube: „Ach, wenn es doch schon Frühjahr wäre!“, dachte sie sehnsüchtig. Bei diesem Gedanken überkam sie wie immer Hunger. Sie ging in der Speisekammer schauen, was es an Wintervorräten noch gab. Da standen Marmeladen, Kompotte und einige getrocknete Kräuter. Sie wollte aber gerne etwas Deftiges. 
„Hmm, etwas, das Farbe auf meinem Tellerchen bringt“ „ROT und saftig soll es sein, leicht süß und doch voller Aromen des Sommers“, so dachte sie sehnsüchtig. Aber - da war nichts. Nur gelbes Apfelkompott und dunkle Marmelade. Zu süß für den Hunger.

Kokosfasern in Jiffy Anzucktkisten
Anzucht im Haus in Kokosfasern

Tomaten- das Rot des Sommers

Da kam der Philosophin eine Idee!
 Nie wieder wollte sie im Winter auf Tomaten, das Rot des Sommers verzichten! Sie wollte auch im Winter schmackhafte Tomaten essen, und zwar die aus dem eigenen Garten!
 Sofort war der Hunger vergessen und die Philosophin durchsuchte die vielen Seiten des Netzes, um die passenden Tomaten ausfindig zu machen. Was gab es für wunderbare Sorten, welche sollte sie nehmen?

Anzucht von Tomaten im Haus
Langsam wird es zu eng

Tomaten im Freiland oder unter Dach anbauen?

Für den überdachten Anbau? Hm, das ginge, es war aber immer so eng und leicht stickig im Tomatenhaus.
 Nachdenklich schaute sie in den winterlich grauen Garten. Da fiel ihr Blick auf die beiden Hochbeete und ihr kam der Gedanke, das dort, genau dort, Tomaten über den Sommer wachsen sollten. 
Freilandtomaten! Von der Sonne (hoffentlich) geküsst. Nix unter Dach, nein, richtig draussen und somit robust sollten sie sein. Am besten richtig resistent gegen die Braunfäule, die so vielen anderen Tomaten ein Leben unter dem Dach bescherten. Das wollte sie für ihre Tomaten nicht.

Tomatenjungpflanzen draussen abhärten
Zum Abhärten kommen die Jungpflanzen nach draussen

Tomatensuche im Netz

Die Philosophin schaute wieder auf den Netzseiten nach und fand auf einer Seite Garten-des-Lebens (Link dorthin) die Tomaten, die sie gerne ansäen wollte, um vollen Genuss im Winter zu haben!

 So bestellte sie vier Sorten, und an einem Spätwintertag kam ein Brief mit den gewünschten Sorten bei ihr in der Stube an.
Wildtomate Humboldii,
White Wonder,
Quedlinburger späte Liebe und
Wildtomate Sieger.
Was freute sich die Philosophin und tanzte…. Ähm, nee, und setzte sich sofort hin, um Anleitungen für die Ansaat zu studieren. Das war neu für sie. Bisher hatte sie Tomaten gemeinsam mit einer Nachbarin angebaut. Dieses Mal stand sie für sich allein.

Junge Tomatenpflanzen zum Abhärten nach Draussen stellen
Sie müssen im Schatten stehen, um keinen Sonnenbrand der Blätter zu erleiden

Ansaat von Tomaten

Die Philosophin kaufte also Kokoserde und säte die Tomaten in Reihen aus. Immer am Ende der Reihe setzte sie das Sortenschild, um später zu wissen, welche Tomate sie nun in den Händen hielt.
Sie setzte das Samenkorn in die Erde und drückte es so leicht an, das es von Erde bedeckt war. Fortan wurde das Korn feucht gehalten; bis eines Tages der erste Keim aufging und die Tomaten zu wachsen anfingen.
Die Philosophin war begeistert! So einfach hatte sie sich das gar nicht vorgestellt.

Tomatenpflanzen nach Draussen stellen
In der Schubkarre reichte der Platz nicht aus

Umtopfen und Platz schaffen

Die Pflanzen wuchsen zu schönen Exemplaren heran. Je größer sie wurden, umso mehr ging der Philosophin das nun entstehende Platzproblem auf. Soviel Fensterbank zum Westen oder Süden hatte sie gar nicht! Was tun?
Die Pflänzchen mussten umgesetzt werden, ob sie wollte oder nicht. Sie wuchsen nur noch spärlich und schief, denn alle wollten so nah wie möglich am Fenster sein. Es war gerade April!
 Vor Mitte Mai durften die Schätze aber gar nicht raus!
 Da war guter Rat teuer. Aber nicht so teuer, das es nicht zu einer Lösung kam. Die Zimmer der Kinder wurden ebenfalls mit Beschlag belegt, das Badezimmer und das Schlafzimmer. Überall standen Töpfe und der Platz war knapp aber alle versorgt. Die Pflanzen, die wirklich keinen Platz mehr fanden, wurden verschenkt und zierten fortan anderer Leute Fensterbänke.

Blähton und Kompost für Tomatenanbau
Blähton und Kompost sollen beim Wachsen und Gedeihen helfen

Die Philosophin hatte auf dem Sperrmüll ein paar schöne passende Tontöpfe gefunden, die wurden nun zur neuen Unterkunft für die jungen Pflanzen. Sie kaufte einen Sack Tomatenerde und streckte ihn mit weiterer Kokoserde. Zu nahrhaft wollte sie die Tomaten noch nicht versorgen, denn es war noch so viel Zeit. Aus dem Winterschnitt der Haselnuss waren noch Stäbe übrig, die nahm sie, um die Pflänzlein anzubinden. Mit Zahnstochern steckte sie das Namenschild in die Erde, und sortierte die passenden Tomaten jeweils zusammen. Na gut, vier passten auf einen Untersetzer, fünf bis sechs waren es, sie würde sich die Restlichen schon merken….

Abhärten für das Freiland

Besagte Zeit ging ins Land und die Philosophin begann, die Hochbeete vorzubereiten und auf das Thermometer zu schauen. Es waren viele warme Tage dabei und sie beschloss, das es Zeit wurde, die Jungtomaten gegen die Unbilden des Wetters abzuhärten. Alle flogen vor die Tür und standen fortan den Tag über im Osten unter dem Dach am Haus und in der Nacht im Windfang des Hauses, denn die Nächte waren doch noch empfindlich kalt.
Doch auch die Nächte konnte den Tomaten bald nichts mehr anhaben und sie blieben auch in der Nacht noch draussen.
Die Mitte des Mai nahte und es wurde bitterlich kalt. Die Philosophin war froh, das sie noch keine Zeit gefunden hatte, die Tomaten in die Hochbeete zu setzen. Sie wartete geduldig ab und dann kam der große Tag, das das Jungvolk umziehen musste, um auf eigenen Füßen zu wurzeln.

Tomaten im Hochbeet anbauen
Die Tomaten sind gepflanzt

Tomaten-Sammelsurium

Doch nun rächte sich bitterlich, was sie dereinst entschieden hatte; „Zum Henker! Welche Tomate ist das denn nun?“ Dachte sie, als sie das Tomaten-Sammelsurium auf dem Sammeluntersetzer sah!
Sie setzte sich hin und begann Blätter zu vergleichen und zuzuordnen. Irgendwann entschied sie, das ihre Sortierung seine Richtigkeit haben würde und sie nun das Pflanzen beginnen würde.

jede Sorte wurde einzeln zu den Beeten getragen und an die vorbestimmten Plätze gesetzt.
 Da die Philosophin befürchtete, das ihre Lieblinge nun nicht genug Nährstoffe abbekommen, dafür aber viel Trockenheit in so einem Beet, ging sie hin zum Komposthaufen und schaufelte Schubkarrenweise gute Komposterde. Diese mischte sie mit dem Mutterboden und gab noch etwas Tonkugeln an den Boden des Aushubs. Darein setzte sie jedes Pflänzlein persönlich und wünschte ihm alles Gute. Sie wurden neu an große starke Tomatenstäbe gebunden. In die Erde setzte sie den jeweiligen Tontopf, der den jungen Tomaten vorher Heimstatt geboten hatte. Dann holte sie Wasser aus dem nahegelegenen Brunnen und goss in jedes Hochbeet ordentlich Wasser. Alles sollte einigermassen gleichmässig feucht sein, so ihr frommer Versuch. 


Freilandtomaten im Hochbeet anbauen
Freilandtomaten sollen resistent gegen Braunfäule sein

Damit die Tomaten auch später gleichmässig Wasser erhielten, befüllte sie auch noch die Tontöpfe. So hatte jede Tomate einen langsamen Wassernachschub, der leicht wieder aufgefüllt werden konnte, wenn es zu trocken werden sollte.

 Sehr zufrieden betrachtete die Philosophin ihr Werk und freute sich im Geheimen schon auf den Winter, wenn sie die reichhaltige Ernte dann, sorgsam verarbeitet, aufessen würde.


Und wenn sie nicht vertrocknet sind,verwöhnen sie im Winter!

 

 

Links zu amazon

 


Zurück

Einen Kommentar schreiben

Konstanze

Von: Konstanze

Am:

Um: 16:28

Hallo Gartenphilosophin,

ein lustiges Märchen. Meine Tomaten sind in diesem Jahr auch das erste Mal Sorten für den Freilandanbau. Hoffen wir auf einen Somme, der den Namen verdient. Deinen Tomaten alles Gute und Wachstum!
Konstanze