Was will mein Blog erreichen?

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Was soll dieser Blog eigentlich?



Weisse Rosen und Malven
Vielfalt, Schönheit und Lebendigkeit schliessen einander nicht aus

Wenn ich mich mit Menschen im richtigen Leben über meine Tätigkeit als Garten-Bloggerin unterhalte, dann fragen sie mich, was ich denn mit diesem Blog erreichen möchte!

Lange habe ich diese Frage gar nicht ernsthaft in meinem Kopf bewegt, mittlerweile beschäftigt mich diese Frage dennoch mehr als gedacht.


Muskatellersalber und Färberkamille im Garten der Gartenphilosophin
Nicht immer muss alles gekrautet werden. Zu meinem Glück...

Was will ich also erreichen?



Angetreten bin ich mit dem Gedanken, meine Bilder zu zeigen, und den Garten vorzustellen, nebst der Fragen, die mich während der Gartenarbeiten beschäftigen.

Bei mir ist es so, das ich gerne nachdenke, wenn ich durch die Beete krabbele, um zu krauten, zu pflanzen und zu ordnen. 
Viele Lösungen auf Fragen des Alltags kann ich entwickeln, wenn ich mich aus dem Alltag zurückziehe. Gartenarbeiten, Musik machen, auch die Photographie, die Reiterei, sind solche Rückzugsmöglichkeiten aus dem Trubel. Währenddessen bin ich so mit der Tätigkeit beschäftigt, das die Gedanken an anderes völlig abschalten oder wie beim Krauten, sich genau damit beschäftigen, während die Hände etwas anderes tun. Dabei entstehen Lösungen, oder wenigstens Ruhe.


Wagen für Lebensfragen
Der Wagen steht im Garten

Hilfe aus dem Garten

Deswegen hilft mir mein Garten sehr, denn aufmerksame regelmässige Leser haben vielleicht schon erkannt, das ich meinem Garten eine Gartenseele zuordne.

Über diese Lösungen schreibe ich. Nicht singulär als Lösung für alle, sondern über die Gedanken, die ich im Garten so aufnehme. Die kann jeder selber bedenken oder verwerfen, ganz nach Belieben.
Es soll ja kein Lebensratgeberblog sein, auch wenn das Gartenleben genau diese Antworten beinhaltet. Lebensrat findet sich in meinem Wagen, der Garten begleitet das Finden.

Natternkopf, Echium vulgare, auf der Besetzbaren Kräuterspirale
Ein offener Blick lässt die Schönheit auch im Einfachen erkennen

Wie das Leben, so verändert sich auch der Garten

DAS ist das eigentlich Spannende. Ein Garten im Wandel des Lebens, wie auch das Leben im beständigen Wandel ist. Die Veränderlichkeiten, die sich so gut beobachten lassen. Über die Jahreszeiten und über die Jahre, aber auch im Kleinen, über einen Tag! Wer aufmerksam bleibt und hinschaut, der kann so vieles an Veränderung im Garten erkennen, das ist der erste Teil meiner Idee, Euch diesen Gartenblog zuzumuten:

Seid offen und beobachtet die Lebendigkeit des Lebens!

Stadtgrün
Grünes bricht sich überall Bahn!

Das gilt nicht nur uns Gartenbesitzern, nein, jeder, der das Haus verlässt, findet über kurz oder lang ein Stück(-chen) Natur. Schaut Euch das an, wann immer Ihr vorbeikommt und beobachtet Änderungen. Aufgewachsen in Berlin, war es immer dieser besondere Morgen im Frühling; ich verliess das Haus und die Knallerbsbüsche, die gestern Abend noch braun waren, waren über Nacht grün geworden. Das war immer ein Fest, zur U-Bahn oder Bus zu gehen und diese grünen Büsche und vom Frühling begrüßt zu werden!

Hummel an Nachtkerze
Nachtkerzen sind für Hummeln anziehend

Was will ich Gartenphilosophin nun?

Mein Blog soll kein Gartenratgeber sein. Wie etwas gepflanzt wird, welche Düngemittel oder auch nicht, welche Rosenneuheiten oder Farben in dieser Saison der letzte Schrei sind, interessiert mich nicht. Dazu gibt es schon viele Blogs und Ratgeberseiten. Trotzdem möchte ich Euch mit meinem Blog anregen, der Natürlichkeit mehr und mehr Raum zu geben.

Hausrotschwanz
Wo Insekten sind, sind Vögel, wie der Hausrotschwanz nicht weit

Zu Natürlichkeit gehören bestimmte Pflanzen und dann eine Freude an der sich einstellenden Lebendigkeit. Deshalb lege ich viel Wert darauf, Euch die Insektenvielfalt eines Gartens vorzustellen. Sie entwickelt sich überall da, wo es ihr erlaubt wird. Wir GärtnerInnen können viel dazu beitragen, Vielfalt und Lebendigkeit einen Ort zu geben. Es ist erstaunlich, was sich alles finden und beobachten lässt, wenn wir es zulassen.

Grüner Scheinbockkäfer, Oedemera nobilis, an Pfingstrose
Den Grünen Scheinbockkäfer muss man erst einmal finden, um ihn kennen zu lernen

Vertrauen durch ein Kennenlernen entwickeln

Was uns vertraut wird und ist, beginnen wir zu schützen. Das ist mein wichtigstes Credo. 
Ein Garten ist uns vertraut, seine Pflanzen und die Anlage.

Meist sind wir aber nicht mit seinen Bewohnern vertraut, ausser vielleicht der Katze, dem Hund, den Amseln, und dem Igel. 
Da ist aber so viel mehr. In meinen Augen macht das die Schönheit eines Gartens erst aus, wenn er mit Pflanzen bestückt ist und diese dann auch besucht werden.


In Blüten schlafende Wildbiene
Viele Wildbienen ruhen in bestimmten Blüten

Ein Garten spricht doch alle Sinne an, das Auge, die Ohren, die Nase, die Berührung. Unser Tastsinn wird angeregt und auch das Herz, denn wenn es berührt wird, dann ist der Garten dabei, unser Herz zu erobern oder hat es schon geschafft. Über diese sinnliche Erfahrung wird Vertrauen ebenso hergestellt.

Magerbeet Besetzbare Kräuterspirale
Steingärten richtig angelegt, sind sehr wertvoll und schön

Schaue ich in die Gärten in meiner Umgebung, dann sehe ich eine immer weiter um sich greifende Verarmung. Alte eingewachsene Gärten werden buchstäblich platt gemacht und die Fläche wird mit Vlies unterlegt zu einer Schotterwüste. Aus der heimeligen grünen Oase ist eine kalte Steinwüste geworden.
Wer will sich da wohlfühlen?

Blick auf die Besetzbare Kräuterspirale der Gartenphilosophin
Wenn Schotter ohne Vlies bewachsen ist, kann es sehr gemütlich und heimelig sein

Virus: Grüner Garten

Mein großer Wunsch ist es, das sich Leser anstecken lassen und von diesem Gedankenspiel abrücken, ihren Garten zu verwüsten, alles dem Zeit-und Effizienzgedanken gewidmet aber nicht der Freude an Lebendigkeit gewidmet.

Und, glaubt mir, ein Garten kann aus sich heraus lange allein funktionieren, wenn man es zulässt und ihn so anlegt, das er nicht stundenlange Gartenpflege benötigt. Schutt und Schotte kann ohne Vlies ganz herrlich aussehen, wenn man ihn mit den entsprechenden Pflanzen bestückt. Da ist mir das Hortus-Netzwerk ein wichtiger Ratgeber, auch meinen Garten so zu bewirtschaften, das er pflegeleicht, schön (in meinen Augen) und lebenswert bleibt.

Majoran blüht im Garten der Gartenphilosophin
Wo bekomme ich z.B. Majoran her?

Warum dann Affeliate Links?

Damit Ihr als Lesende es einfach habt, verlinke ich viele Pflanzen, damit man
a) den Namen nicht gleich vergisst, sondern nachschauen kann und
b) klar, das mein Blog auch den ein oder anderen Kreuzer verdient.
Das ist nicht mein Hauptanliegen, sondern eine Zugabe von mir an Euch und dann auch von Euch an mich.

Goldwespe an Wilder Möhre
Eine Goldwespe; ihren Namen musste ich erst herausfinden

Gartenphilosophischer Egotripp...

Dann dient mein Blog auch dem Stillen meiner Neugier, er ist somit auch ein kleiner Egotripp, denn ich forsche und lerne gerne. All das ganze Getier, all diese Pflanzen. Ich lerne sie durch meine Augen und Hände kennen und dann forsche ich nach Namen und Lebensumständen. Mein naturwissenschaftliches Gen macht jedes mal Freudenhüpfer, wenn ich ein neues Tier identifizieren konnte, häufig mit viel Hilfe aus dem Internet.
Auf fb gibt es viele Seiten, in denen Fachleute helfen, das Netz ist mit vielen engagierten sehr tiefgehenden Wissenseiten gefüllt, die ausgesprochen hilfreich sind, sich mit dem Leben um uns herum zu beschäftigen.

Krabbenspinne lauert auf Beute
Eklig oder faszinierend? Eine Frage der Neugier!

Sind Gartenblogs nur etwas für die strickende Hausfrau?

Lenkt das von den eigentlich wichtigen Themen des Lebens ab?

Nein, das tut es nicht!
Für mich ist es so:

Die Offenheit dem Neuen gegenüber lässt Neugier entstehen, und den Wunsch das Neue näher kennen zu lernen. Diese Offenheit des Herzens nehme ich mit in den Alltag und habe so eine Hilfe, mir die Geschehnisse in der Welt näher anzusehen und MEINE Meinung zu bilden. Aus Angst wird dann Meinung.

Steinhummelkönigin auf Nestsuche
Genau geschaut findet Ihr z.B. Hummelköniginnen, die auf Nestsuche sind


So wie ich im Garten das Beobachten übe, kann ich auch die Geschehnisse beobachten und meine Schlüsse daraus ziehen. Ein offenes Herz ist da hilfreich, denn die Lebendigkeit meines Gartens, seine Buntheit und Vielfalt, die besteht auch in der Welt ausserhalb des Gartens. Leider kann ich die Welt nicht krauten; jedoch beobachten und kennen lernen, das kann ich.



Was ich mit meinem Blog bezwecken möchte?

Bleibt im Herzen offen! Für alles Leben! Macht Euch das Unbekannte bekannt!


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