Winterfütterung der Vögel? Ja? Nein?

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Wenn, dann lasst sie wählen! Wir wollen das ja auch!

Herr Dompfaff bei seinem ersten Besuch im Garten

Eine Entscheidung

wird immer getroffen werden, die einen füttern, die anderen nicht. Wenn Ihr Euch entscheidet, das Ihr füttern wollt, dann beachtet einige Grundsätze! Ich will hier auch eine Idee vorstellen, die ich bisher in dem Bereich Wildvogelfütterung nicht gefunden habe, aber schon bei meinen Hühnern mit großem Erfolg praktiziere.
Das Auswahlfutterverfahren. Doch dazu später mehr….
Zuerst: Vögel haben ganzjährig mittlerweile ein Problem, sich und im Frühjahr / Sommer ihre Jungen mit Futter zu versorgen. Das Insektensterben ist im vollem Gange, die Gärten sind aufgeräumter denn je, die Landwirtschaft kümmert sich recht wenig um den Erhalt von natürlichen Zonen. Natürlich gibt es auch hier löbliche Ausnahmen aber jeder Landwirt darf gerne bei sich überlegen, was ihm wichtiger ist, der letzte Ackerstreifen ganz am Rande oder der nicht bewirtschaftetet Grünstreifen, der eben nicht unter den Pflug muss, die Hecke, die weg muss, oder die Platz erhält, um leben zu dürfen. Der Baum am Feldrand, der eng angepflügt wird, oder auch hier einen Schonungsstreifen erhält… Vielleicht geht da dann doch noch was?, Lieber Landwirt?

Hagebutten bieten Nahrung und die Hecke Schutz

Vogelfütterung im Garten

Das gilt aber auch für uns, es macht keinen Sinn, unsere Gärten gesellschaftskonform mit Kirschlorbeer und Rasen und schönen gefüllten Rosen und Stauden nur augengerecht auszustatten und dann aus Naturschutzgründen aus stylischen Futterhäuschen zu füttern. Gerne auch ein Häuschen mit preisgünstigem Futter gefüllt.
So macht Vogelfütterung keinen Sinn. Persönlich füttere ich nicht dazu, ich lasse in meinem Garten vieles stehen, was Vögeln und Insekten als Schutz und Futterplatz dient. Seit Jahren haben wir hier Grünspechte, die uns den Boden vertikutieren und die Maden der Junikäfer rauspicken. So sehr uns die Junikäfer im Juni nerven, die Vogelwelt freuts, sowohl in der Flugzeit als auch jetzt im Winter.

Der Dompfaff hat sich in diesem Jahr das erste Mal in unserem Garten am Wermut blicken lassen. Er hat dort ganz entspannt die Unkrautsamen gepickt.

Amseln, Meisen sind hier auch am Zierapfel beschäftigt und können in den Stauden nach Nahrung suchen. Die Hagebutten dienen lange in den Winter hinein vielen Vögeln als Weichfutterquelle! Im Frühjahr wird alles abgeräumt und schick gemacht, damit es dann wieder wachsen und sich aussamen kann. Das ohne Chemie, die hat in meinem Garten keinen Platz und braucht den auch nicht. Der Witz ist, je weniger ich eingreife, desto eher stellt der Garten sein eigenes Gleichgewicht her. Er wird aus sich heraus belebter und somit gesünder. Letztens habe ich gelesen, das es sogar ein Lebenwesen gibt, da sich von Sternrußtau ernährt. ICH HABE DAS NUR LEIDER VERGESSEN, WER DAS WAR!!!! Blöd, im Grunde muss das gleich aufgeschrieben und somit gemerkt werden!

Stauden bieten Suchmöglichkeiten

Vögel haben sehr unterschiedliche Futtervorlieben,

und die ändern sich sogar von Sommer zu Winter. Während im Sommer Insekten gefressen und die Jungen aufgezogen werden, stellen sich die Vögel, die im Winter hierbleiben, auf vegetarische Kost um. Das ist schlau, denn nun fressen sie durch die Ölsaat sehr energiedichtes Futter, das ihnen in der insektenfreien Zeit genug Kraft und Energie zur Verfügung stellen kann, um mit den winterlichen Temperaturen zurecht zu kommen. Vögle, die auch weiterhin auf Insekten nicht verzichten können, ziehen gen Süden.

Nun können wir es uns einfach machen und einfach ein billiges handelsübliches Futter in ein billiges handelsübliches Futterhäuschen streuen. Das gute Gewissen lässt uns tief schlafen und wir neigen dazu, zu übersehen, was für ein Stress am Futterplatz entsteht. Die Meisen vertreiben andere Vögel, die Amseln sind auch nicht freundlich, das Eichhörnchen entdeckt die Futterstelle und der Greif kann sich überlegen, was er heute zu Mittag lieber fangen möchte. Einige Vögel zeigen sich erst gar nicht, weil sie nichts finden und auch nicht zum Zuge kämen.
Einige Vögel mögen gar kein Körnerfutter, sie bevorzugen Fettfutter andere Vögel nehmen ölhaltige Sämerein, Getreide wird kaum angenommen. Proteine in Form von Mehlwürmern sind bei den einen beliebt, die anderen insteressiert es nicht.

Frau Dompfaff war auch mit...

Der Vogelfreund

sollte sich auf diese unterschiedlichen Bedürfnisse einstellen und sein Fütterverhalten genau danach ausrichten. Das bringt mich in den Bereich des Auswahlfutterverfahrens:
Das geht wie folgt:
Schaut, welche Vögel bei Euch im Garten leben und sich versorgen. Gebt ihnen viele verschiedene Futterplätze, in denen sich nur bestimmte Futterkomponenten finden lassen. Vögel können ätzend sein, was sie nicht mögen, wird aussortiert und ist somit u.U. für andere Vögel verloren, weil sie nicht vom Boden fressen. Deshalb ist es sinnvoll, verschiedene Futterkomponenten an verschiedenen Orten anzubieten,

Schneckengelege wird es im Frühjahr nicht mehr geben

Futterkomponenten der Wildvogelfütterung sind

Ölsaaten:

ein Futterplatz mit Ölsaaten; Ölsaaten sind am Besten als Mischung aus Sonnenblumenkernen, und Hanf. Dazu könnt Ihr auch Hirse, Mohn, gehackte Haselnüsse geben. In Futtersilos aufgehängt, bevorzugen das Finken, Zeisige, Sperlinge…

Fettfutter:

In die Büsche und Bäume z.B. Knödel mit Fettfutter, gerne selbst hergestellt, für alle Meisenarten bestens geeignet. Im Sommer gepflanzte und aufgehobene Köpfe der Sonnenblumen können ausgehängt werden. Meisen lieben es, kopfüber da dran zu hängen; Spechte, Kleiber, Baumläufer, so man sie hat, nehmen gerne Futterplätze, die an der Rinde von Bäumen und Sträuchern hängen. Einige Portionen mit Fettfutter können noch zusätzlich Mehlwürmer oder andere getrocknete Tiere enthalten


Weichfutter:


Äpfel, Rosinen, Haferflocken können gerne vom Boden aus gefüttert werden, dies auch an wechselnden Plätzen, um die Hygiene einigermassen zu gewährleisten. Das freut z.B. Amsel, Drossel, Rotkehlchen.

 

 

 

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Jeder Vogel kann sich dann nach seinem Gusto den Platz aussuchen, der seinem Appetit entspricht. Streit wird vermindert, weil sich jeder dort aufhält und die Enge durch ausreichend Ausweichmöglichkeiten minimiert wird.


Die alten beliebten Vogelhäuschen

haben im Grunde nur dekorativen Wert, denn sie werden schnell zu einem hygienischen Problem und sind auch meist zu klein, um vielen Vögeln Platz zu bieten.

Futtersäulen, wie oben im Bild, sind deutlich besser, denn sie lassen sich leicht reinigen und umhängen, sodas die Plätze unter den Häusern auch keine Keimschleudern werden.

Selbstgemachtes Fettfutter in Form von Knödeln oder in verschiedene Gefässe gefüllt ist eine schöne Beschäftigung für Vögel und kann den ganzen Winter über frisch zubereitet werden. So verhindert Ihr, ranziges Futter anbieten zu müssen.

Für die Bodenfütterung hat sich ein leicht erhöhter Baumstamm bewährt, auf den ein Futterautomat gestellt werden kann. Wenn der Baumstamm nach oben breiter wird, hat er vielleicht den Vorteil, das Nager da nicht drauf klettern können, um sich in der Nacht mitzubedienen. Um das ganz sicher zu verhindern, könnt Ihr am Besten das Futter über Nacht ins Haus holen. Für die nagenden Freunde wird immer noch genug übrig bleiben.

Äpfel, Rosinen und anderes Obst könnt Ihr an unterschiedlichen Stellen rund um diesen Platz ebenfalls am Boden auslegen!

Ein weiterer Vorteil dieser Fütterung ist, das Ihr bedarfsgerecht die wirklich benötigten Futterkomponenten selber aussuchen könnt und Futter einkauft. Somit wird kaum etwas verschwendet.

Viele Äpfelchen, viele Amseln

Auch können wir weitgehend sicher sein, das das Futter nicht einfach auch die hochallergenen Artemisiasamen enthält, weil es nicht ausreichend gereinigt wurde. Auch hier zählt, das Achten auf Qualität. Vogelfütterung ist NICHT billig, wenn sie ernsthaft betrieben werden will. Gutes frisches Saatgut, gutes Obst, KEIN Brot, Käsem Wurst etc auslegen

Wichtig für den Einkaufskorb: Hanf, Haferflocken Nüsse, Sonnenblumenkerne, Ölsaaten, gutes Obst, Rosinen und anderes Trockenobst.
Rezepte finden sich z.B. hier, auch viel weiteres Wissen könnt Ihr Euch dort holen. Der Link führt zum LBV Bayern.

Winterfütterung mit Sinn hilft, löst aber nicht das wirkliche Problem!

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Ein naturnaher Garten, der im Winter Futterquellen aus sich heraus bietet, das ist Vogelschutz für das ganze Jahr!


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