Xavier ist kein Gartenfreund -

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Was tun mit temperamentvollen Gästen?

Xavier weht im Bambus
Der Bambus der Nachbarn wird ebenso gezaust

Xavier ist da,

er kam nicht überraschend, aber dann doch unvermittelt und heftig. Ich habe nichts gegen temperamentvolle Gäste, wenn sie allerdings über alles hinwegfegen, was nicht niet- und nagelfest ist, dann begeistern sie mich nicht so sehr. Wie Xavier, das Sturmtief. Es ist heftig, es ist laut und brausend, es fegt alles um, was sich nicht gut alleine halten kann. Er kommt von Westen, wie jedes Sturmtief, das auf sich hält. Es erreicht bis 120 Kmh, das ist in unserem recht ungeschützten Garten schon eine Herausforderung. Zum Glück haben wir keine ganz schweren Äste, die herunterfallen können, aber Eimer liegen quer, einige große Stangen für spätere Bauarbeiten im Garten sind umgefallen, die Bäume und Büsche müssen einiges aushalten. Hoffentlich halten die Blütenköpfe der Hortensien das aus, denn da fängt sich der Wind besonders gerne drin und drückt die schweren Köpfe, wohin er will.

Die Strassen sind mehr oder weniger unpassierbar, denn umgestürzte Bäume liegen quer. Die Bahn hat den Verkehr eingestellt, mein Sohn hat nun viel Zeit, und wird vielleicht dort übernachten müssen.

Was bedeutet das für die Gärtnerin in mir?

Ein Sturm ist spannend und bleibt es, bis er verschwunden ist. Er hält uns in Atem und unterbricht die Routine des Tages. Planungen werden durcheinandergewirbelt und es kümmert ihn nicht, er weht und stürmt und braust. Xavier und seine Familie sind wilde Gesellen.

Nun, ich betrachte den Garten sorgenvoll, ob er dem (An-)Sturm standhält und hoffe, das das viele Laub keine zu große Angriffsfläche für Xavier bietet und schwerere Schäden entstehen.

Gleichzeit beschliesse ich, das heute der Tag ist, sich nicht weiter um Draussen zu scheren und mich gemütlich an den Ofen zu setzen und zu lesen. Gartenzeitungen z.B. die sich hier stapeln und gelesen werden wollen. Gerne stöbere ich auch in alten Zeitungen, denn da finden sich immer wieder gute Informationen, die mich inspirieren oder Antwort auf eine Frage bieten.

Der Sturm macht eine kleine Pause

und unterbricht meine gemütliche Garten-Lesestunde. Ich schaue hinaus, ob noch alles da ist. Bisher sieht es gut aus. Sehr froh bin ich, das wir kein Trampolin mehr stehen haben, das wurde nämlich vor einigen Jahre von einer Sturmböe erfasst und über den Köpfen der Pferde hinweg auf die Wiese gewirbelt. Es wurde damals so zerstört, das wir es endgültig abgebaut haben.

In diese Pause kommt die Sonne hervor und lockt mich doch nach Draussen, um zu schauen. Viele Dinge liegen am Boden, die ich schlauerweise vorher auf den Boden gelegt hätte. Die umgeflogenen Töpfe lasse ich liegen, denn die nächste Böe wird das sonst für mich wieder erledigen. Umgefallenes Garteneisen ebenfalls. Was am Boden liegt ist sicherer als das, was noch durch die Gegend fliegen kann.

Natürlich muss ich schauen, das es den Tieren gut geht. Im Stall ist der Wind scheinbar so um das Eck gefegt, das er meine Hühnerschrankwintertür umgeschmissen hat und mit ihr etwas Verwüstung geschaffen hat. Auch mein Sandpaddock, das viel Wasser aufnehmen kann, gleicht heute einer Seenfläche. Die Pferde dürfen also die Wiese benutzen, um nicht unterzugehen.

Bei den Hühnern herrscht Langeweile,

die stört der Wind nicht. Eine der Junghennen hat sich in eine Mulde geschmeichelt und geniesst da die Sonne.

Im Hühnergarten steht meine Quitte. Da hat der Wind die beiden Quitten des Jahres 2017 geerntet. Sonst hatte ich ein Vielfaches, dieses Jahr sind nur diese beiden übergeblieben. Sie zieren nun erst mal einen Teller, bevor ich sie verarbeite. Hoffentlich wird es nicht schlimmer, denn eigentlich soll mein windiger Gast, der Xavier heute Abend abebben.

Da ich auch ohne Sturm gerne vor dem Ofen sitze und lese, bin ich jetzt nicht auf einen langen Besuch seinerseits erpicht.

Einen Sturm geniessen ist das eine;

die Ruhe NACH dem Sturm aber das andere. Die ist mir bedeutend lieber!


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