Dieser Pilz-Der große Unbekannte

von Gartenphilosophin (Kommentare: 0)

Es gibt einen großen Unbekannten im Garten. Dieser Pilz.

Der große Unbekannte an meiner Weide

Die Mathematik rechnet mit einem Unbekannten, da konnte ich noch mithalten. Die Rechnung mit zwei Unbekannten hat mich vor echte Schwierigkeiten gestellt...

Ich dachte, mit Unbekannten habe ich nichts mehr zu tun. Womit ich nicht gerechnet hatte, war, das auch der Garten Unbekanntes hervorbringt....

In meinem Falle ist es ein unbekannter Pilz, den ich an der Weide im Sand-Mutterboden-Mist-Gemisch entdeckt habe.

Plötzlich war er da, groß schön, unbekannt und nie gesehen.
Da habe ich gleich mein Handy aus der Tasche gezogen und ihn von allen Seiten photographiert. Danach habe ich mich an den PC gesetzt und im Netz gesucht. Ehrlich, ich habe mich stundenlang durch alle mir bekannten Pilzdateien gescrollt und nach dem Pilz gesucht. Nach dem Bild des Pilzes, denn weder sein lateinischer noch sein deutscher Name ist mir bekannt.
Nichts gefunden.

da lagert er in schräger Lage aber nicht auf dem Boden liegend

Schlau wie ich bin, habe ich dann in Gruppen im www. gefragt, bekam aber nur zur Antwort, das es ein vergammelter Pilz ist. Das ist er aber nicht, soviel kann ich sagen.
Jemand gab mir dann den Rat, ihn abzuschneiden und zu halbieren. Dafür war es mir an dem Abend draussen aber schon zu dunkel, als das ich Lust gehabt hätte, noch mal raus zu gehen. Das habe ich am nächsten Tag gemacht.

Direkter Blick in die Tiefe des "Kelches"

In der Nacht hatte es geregnet und ich dachte so bei mir, das er nun wohl hin sei, das geht bei Pilzen wirklich schnell, wie wir bei den Tintlingen ja gesehen haben. Zack und schon vergammelt.
Diese Unbekannte stand, bzw. lagerte genauso wie gestern in wunderschöner Manier. Der Regen hatte ihm nichts angetan. Spannend war sogar, das sich kein Regen in seinem Kelch angefunden hatte. Nichts. Irgendwohin musste der Regen also gegangen sein. Wer nun genau hinschaut, kann den Abfluss auch genau in der Mitte des Kelches entdecken. Stöpsel draussen. Für mich ist das der Beweis, das sich die Kappe NICHT aus Gammelgründen nach oben gedreht hat, sondern Mutter Natur genau diesen Kelch gewollt hat und gegen ein Ertrinken vorgesorgt hat.

Den Pilz habe ich abgeschnitten,

und genau in dem Moment habe ich es schon bereut. Warum sollte er nun für meinem Forscherdrang sein Leben lassen?
Er stand hier als Einzelexemplar, schön groß, ca. 10cm, leicht schräg, mit diesem nach oben ausgerichteten Kelch. Ich weiss, das Pilze Kappen haben, die sich im Absterben nach oben drehen. Diese Kappe hier würde ich allerdings als Kelch bezeichnen.
Den Pilz in der Hand, verströmte er das wunderbare Aroma von frischem Pilz, ganz genau genommen, das Aroma, wie ich es von einer Krausen Glucke kenne. Genauso fühlte er sich auch an: fest, angenehm trocken, nichts Schleimiges, eher brüchig, von einem sehr schönen Braunton.
Schwer war er auch. Dummerweise habe ich es versäumt, ihn zu wiegen.

Na gut, schneiden und dann bereuen ist die falsche Reihenfolge, somit war das nicht mehr Rückgängig zu machen.

Im Haus habe ich den Pilz aufgeschnitten.

Auch das war im Schneiden eher ein halbes Brechen des Pilzes. Der Kelch, der aufwärts gewandt stand, hat eine Unterseite, die Ihr im Schnittbild auch als deutlich breitere Formation erkennen könnt. Dieser breitere Bereich war auch eher sandig körnig, vielleicht waren das alles weitere kleine Pilznachkommen. Also die Sporen des Pilzes, noch nicht ausgereift.
Der "Abfluss" in der Mitte des Kelches wurde über Lamellen im Innern des Pilzstiels freigehalten. Es ist leicht zu erkennen, das das Wasser keine Probleme hat, durch den Stiel in den Boden geleitet zu werden, ohne das es zu Stauungen käme.
Der Stiel des Pilze war hohl, der Bereich des Kelches, nicht.

Was für ein zauberhafter Geselle.

Die beiden Teile lagerten noch ein paar Tage im Haus und blieben weiterhin fest und formschön. Irgendwann dachte ich mir, weil ich ihn nicht wegschmeissen wollte, ich lege ihn wieder an die Stelle zurück, an der ich ihn gepflückt hatte. Dort liegt er nun noch immer, mittlerweile seit zwei Wochen.

Das Ergebnis dieser Flurforschung ist, das der Kelch nun wirklich schwarz ist und gammelt, der Pilz an sich seine Form aber immer noch hat. Pilzfachleute, die ich gefragt habe, konnten mir nicht weiterhelfen und klassifizierten ihn als vergammelten… ein.

Persönlich will ich dem nicht folgen, denn, wie gesagt, er war zum Zeitpunkt des Entdeckens, der Ernte und der Lagerung im Haus nicht vergammelt.

Mich erinnert er auch hier an eine alte Krause Glucke, die einfach so vor sich hin braun wird und dann vertrocknet.
Nun ja, wenn ich weiss, wo eine Krause Glucke steht, dann hat sie keine Gelegenheit zu vertrocknen, denn die ernte ich sofort und esse sie mit Genuss. Leider habe ich aber schon Krause Glucken gefunden, die schon zu alt waren. Daher diese schmerzhafte Erfahrung, das ich weiss, wie eine ungenissbare Krause Glucke ausssieht.

Diesen unbekannten Pilz hier aber habe ich nur geerntet und versucht, zu bestimmen.
Schade, das ich bisher noch nicht herausgefunden habe, wie dieser Pilz heisst, ob er wieder an der Stelle wächst, oder nur einmalig erschien.
Falls einer von Euch etwas weiss, da, ganz unten, da gibt es eine Kommentarfunktion!

BITTE! KLÄRT MICH AUF!!!!!


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